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Sabrina (arte)

Freitag, 20.11.2020

30.11., 20.15-22.05, arte

Diskussion

Die Kombination von Humphrey Bogart, William Holden und Audrey Hepburn besitzt auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Premiere von Billy Wilders Aschenputtel-Komödie „Sabrina“ (1954) noch einen enormen Reiz, was nicht nur an den Schauspieler oder der kunstvollen Kamera von Charles Lang Jr., sondern mindestens ebenso an der Wilder’schen Kunst der geistreichen Komödie liegt.

Bogart ist der kaltherzige Wirtschaftsmagnat, der die Tochter seines Chauffeurs vor eine Dummheit bewahrt, nachdem sie von seinem leichtlebigen Bruder (Holden) abserviert wurde, der von einer Schönheit zur nächsten eilt. Als die Verschmähte zwei Jahre später als elegante junge Dame aus Frankreich zurückkehrt, erliegt der Jüngere prompt erneut ihrem Charme und will sogar seine Verlobung lösen, was aber nicht zu den wirtschaftlichen Interessen des Älteren passt. Das aber ist erst der Anfang einer offensiven Charade, in der Begehren und Kalkül, ökonomisches Streben und stillere Impulse kunstvoll durcheinandergewirbelt werden.

„Der Weg zu dieser für Wilder typischen Verkehrung der Rollen ist romantisch, komisch und bissig zugleich. Bogart ist der Mann aus Kunststoff – er brennt, schmilzt und versengt nicht –, und Wilder nimmt ihn und seine Ideale skrupellos auf die Schippe. Bogarts Alter ist hier wesentlich: Er sieht aus wie ein Bestatter, der jene Jugendlichkeit übersprungen hat, die Hepburn ihm schenken könnte. Der Sunnyboy (Holden) dagegen ist das extreme Gegenteil und ebenso lächerlich; er kurvt in schicken Autos herum, wird zu einer Konzern-Heirat gezwungen und muss sich auf ein paar Sektgläser setzen, damit Bogart das Sabrina-Problem lösen kann.

Eine Aschenputtel-Geschichte, die auf den Kopf gestellt wird, eine Satire über den Zusammenbruch von Klassen- und Gefühlsschranken und eine Konfrontation der Gefühllosigkeit der Neuen Welt mit der Menschlichkeit der Alten Welt.“ (Adrian Turner, Time Out Film Guide)

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