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Kopfplatzen

Donnerstag, 03.06.2021

Drama um einen pädosexuell veranlagten Mann, der gegen seine Neigung ankämpft - bis 15.9. in der ARD-Mediathek

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Markus (Max Riemelt) ist Architekt und Single. Gutaussehend, höflich, korrekt, hilfsbereit, aber zurückhaltend und Distanz wahrend. Niemand weiß, dass er pädosexuell veranlagt ist. Ständig beobachtet er sich dabei, wie er in Alltagssituationen mit seinem Begehren umgeht. Wie er Kinder beim Spielen fixiert, Jungs in der Straßenbahn mustert, sie heimlich im Schwimmbad fotografiert. Nähert er sich der Grenze, an der die Neigung in eine Handlung umzuschlagen droht, kommt ihm soziale Kontrolle zu Hilfe. Doch dann spitzt sich sein inneres Ringen zu, als sich eine alleinerziehende Nachbarin (Isabell Gerschke) mit einem achtjährigen Sohn (Oskar Netzel) in ihn verliebt.

Der Film von Savas Ceviz findet für die quälende Situation des Protagonisten eindringliche Bilder, in denen nichts verharmlost, aber auch nicht dämonisiert wird. Das in der Hauptrolle glänzend gespielte Drama skizziert die Tragik des Protagonisten zwischen Verzweiflung und Ohnmacht. Seine Spannung erhält der Film durch das Mehrwissen des Zuschauers, das dem Handeln und auch dem Nicht-Handeln des Protagonisten jede Unschuld entzieht. So entsteht eine Tragik, die umso mehr berührt, als der Film seinen Protagonisten weder dämonisiert noch entlastet. - Sehenswert ab 16.


Hier geht es zum Streaming von "Kopfplatzen" in der ARD-Mediathek.

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