Neue Serien im Juni 2021

Freitag, 21.05.2021

Neue Serien und Mehrteiler im Juni 2021 quer durch alle Streamingdienste und Mediatheken

Diskussion

Eine Stephen-King-Verfilmung von Pablo Larraín („Lisey’s Story“), eine Zeitreise in die queere Subkultur im London der 1980er-Jahre („It’s a Sin“), Neues vom schillernden Marvel-Antihelden „Loki“ und eine Comicverfilmung um einen Mensch-Tier-Hybriden („Sweet Tooth“): Neue Serien quer durch die Streamingdienste.


„Kein Buch hat mich mehr von seiner Größe überzeugt als dieses“: Dieses Lob durch Pulitzer-Preis-Gewinner Michael Chabon wird im Klappentext der US-Originalausgabe von Stephen Kings „Lisey’s Story“ (in Deutschland erschienen unter dem Titel „Love“) stolz zitiert. Nun liegt eine Serienverfilmung des 2006 erschienen Romans vor. Und die lockt nicht nur mit der Qualität der Buchvorlage (die Stephen King selbst als Drehbuch adaptiert hat), sondern auch mit einem herausragenden Regisseur: In Szene gesetzt hat den Stoff um eine trauernde Witwe, einen rätselhaften Nachlass und eine Parallelwelt namens Boo’ya Mond der chilenische Filmemacher Pablo Larraín, der 2021 mit dem Polit-Drama „No!“ seinen internationalen Durchbruch hatte und zuletzt mit seinem Porträt der Präsidenten-Witwe „Jackie“ Kennedy und dem energetischen Tanz-Drama „Ema“ auf sich aufmerksam machte. Für „Lisey’s Story“ stand ihm ein namhaftes Ensemble zur Seite, allen voran Julianne Moore in der Titelrolle, flankiert von Clive Owen, Dane DeHaan und Jennifer Jason Leigh. Die Serie startet am 4.6. bei AppleTV+.

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Auf ein Ensemble prominenter Stars baut im Juni auch ein neues Serien-Prestigeobjekt von Amazon Prime: Für „Solos“, ab 25. Juni online, standen u.a. Helen Mirren, Dan Stevens, Anne Hathaway, Morgan Freeman und Anthony Mackie vor der Kamera. Die Serie ist das jüngste Projekt von Showrunner David Weil, der auch schon die Nazijäger-Serie „Hunters“ (ebenfalls bei Amazon Prime zu sehen) geschrieben hat; es handelt sich um eine Anthologie aus Einzelfolgen, die, so verspricht der Pressetext etwas kryptisch, „die seltsamen, schönen, herzzerreißenden, urkomischen und wundersamen Wahrheiten über das Menschsein“ umkreisen und teils in der Gegenwart, teils in der Zukunft spielen.

Über die queere Subkultur im London der 1980er-Jahre: „It’s a Sin“

In die Vergangenheit schaut dagegen ein Serienhighlight, das im Juni bei Starzplay startet: „It’s a Sin“ (zu sehen ab 20.6.) gehörte 2021 zur Auswahl des Serien-Specials der „Berlinale“ und kreist um eine WG in London während der 1980er-Jahre, in der eine Gruppe junger queerer Männer und eine Frau sich neue Freiheiten im Leben und Lieben erobert. In weiten Teilen Großbritanniens mag alles noch so bieder und heteronormativ sein wie eh und je, doch in der Metropole hat sich um diese Zeit bereits eine florierende libertäre Subkultur gebildet, in die die Figuren wie Fische eintauchen, die in ureigenes Element finden. Doch dann mehren sich die Gerüchte um eine neuartige Krankheit. Zuerst scheint das alles meilenweit weg und nicht mehr als eine hämische Straffantasie der Spießer zu sein, doch es dauert nicht lange, bis auch im Freundeskreis der WG die ersten Todesfälle auftreten und das Übel einen Namen bekommt: AIDS. Hinter dem Serienprojekt steht der erfahrene Showrunner Russell T. Davies, der mit Serien wie „Queer as Folk“ und „Torchwood“ viel dazu beigetragen hat, sexuelle „Diversity“ in den britischen TV-Mainstream zu bringen und in den letzten Jahren u.a. mit „A Very English Scandal“ begeisterte.

Einen weiteren renommierten britischen Filmemacher sieht man in dem Mehrteiler „Der Giftanschlag von Salisbury“ am Werk: Saul Dibb, bekannt u.a. für „Die Herzogin“, steht als Regisseur hinter dem Krimi-Drama, das um den im März 2018 im englischen Salisbury verübten Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter kreist. Die vier Folgen packen das Geschehen in ein fiktionalisiertes Drama, in dessen Zentrum ein ermittelnder Polizist (Rafe Spall) und die Direktorin des Gesundheitsamtes von Wiltshire (Anne-Marie Duff) stehen. Zu sehen ist das Werk am 10.6. bei arte, in der arte-Mediathek und ab 11.6. auch als DVD/BD.

In "Sweet Tooth" kommen mysteriöserweise immer mehr Mensch-Tier-Hybridkinder zur Welt. (© Netflix)
In "Sweet Tooth" kommen mysteriöserweise immer mehr Mensch-Tier-Hybridkinder zur Welt. (© Netflix)

Neue Comic-Adaptionen: „Loki“ & „Sweet Tooth“

Außerdem starten im Juni wieder neue Comic-Verfilmungen. Disney+ schickt nach „WandaVision“ und „The Falcon and the Winter Soldier“ als drittes Serien-Spin-off aus dem Marvel Cinematic Universe ab 9. Juni „Loki“ in neue Abenteuer. Der auf der nordischen Mythologie beruhende, seit 1949 durch die Marvel-Comicwelt geisternde Trickster ist in seiner Ambivalenz und Unberechenbarkeit eine besonders schillernde Figur; mit Tom Hiddleston, der ihn seit „Thor“ verkörpert, hat sich ein kongenialer Darsteller gefunden, um ihn filmisch zum Leben zu erwecken. Nachdem die Figur in „Avengers: Infinity War“ zu einem der ersten Opfer von Superschurke Thanos geworden war, lieferte ihr „Avengers: Endgame“ eine Steilvorlage für ein Comeback: Während ihrer Zeitreise zurück in jenes Jahr, in dem der erste „Avengers“-Film spielte, ermöglichen Iron Man und Captain America Loki unwillentlich die Flucht in eine andere Dimension. Wohin es ihn dabei verschlägt, enthüllt nun die Serie und lässt den sympathischen Antihelden in Clinch mit einer kafkaesk-bürokratischen Behörde geraten, der TVA (Time Variance Authority), die den ordnungsgemäßen Ablauf der Zeit überwacht und über Lokis Aktivitäten alles andere als begeistert ist.

Netflix hält mit „Sweet Tooth“, einer Serienverfilmung der gleichnamigen DC-Comics von Jeff Lemire, dagegen: Nach einer apokalyptischen Seuche wurden Mensch-Tier-Hybride geboren; viele Normal-Menschen fürchten diese Mischwesen, grenzen sie aus und machen Jagd auf sie. Im Zentrum der Handlung steht ein Junge, der ein Mensch-Hirsch-Hybrid ist und abgeschieden in den Wäldern aufwuchs; gemeinsam mit einem Landstreicher geht er auf Abenteuerreise, in deren Verlauf er sich den Gefahren stellen muss, die außerhalb des Waldes im postapokalyptischen Amerika auf ihn warten.

Fortsetzung folgt!

Neben diesen Neustarts locken im Juni auch noch diverse Serien-Fortführungen. Netflix startet ab 11. Juni neue Folgen von „Lupin“, einer französischen Serie mit Omar Sy, der in den Fußspuren des legendären Meisterdiebs Arsène Lupin wandelt und sich einmal mehr als charismatischer Gauner trickreich an der Nemesis seiner Familie, Hubert Pelligrini (Hervé Pierre) zu revanchieren versucht. Mit etwas alltäglicheren Problemen schlägt sich Martin Freeman in Staffel 2 der herrlichen britischen Familiencomedy-Serie „Breeders“ (ab 22.6.) herum: Nachdem die erste Staffel ehrlich und pointiert den chaotischen Alltag eines Elternpaares mit kleinen Kindern umkreiste, legt Staffel 2 einen Zeitsprung hin; der Nachwuchs ist nun um ein paar Jahre älter und piesackt seine Erzeuger mit präpubertärem Rebellentum.

Eine weitere interessante Fortschreibung liefert ab 13. Juni Starzplay: Mit der Serie „Blindspotting“ schließt der Streamingdienst an den gleichnamigen Film (2018) an, eine clevere Sozialkomödie um zwei Freunde, deren Freundschaft dadurch strapaziert wird, dass der eine schwarz und der andere weiß ist: Sechs Monate nach dessen Handlung spielend, sieht sich in der Serie nun die Freundin eines der beiden jungen Männer, die dort im Zentrum standen, damit konfrontiert, dass ihr Partner und Vater des gemeinsamen Sohnes verhaftet wird, was ihr Leben gründlich aus der Bahn wirft.

Neue Serien im Juni:


3. Juni

Domina (Sky)


4. Juni

Sweet Tooth (Netflix)

Lisey’s Story (AppleTV+)

9. Juni

Loki (Disney+)


10. Juni

Der Giftanschlag von Salisbury (Mehrteiler)
(arte & arte-Mediathek; ab 11.6. auch auf DVD & BD)


11. Juni

Home Before Dark – Staffel 2 (AppleTV+)

Lupin – Teil 2 (Netflix)


13. Juni

Blindspotting (Starzplay)


17. Juni

Katla (Netflix)


18. Juni 2021

Physical (AppleTV+)


20. Juni

It’s a Sin (Starzplay)


22. Juni

Breeders – Staffel 2 (Sky)


24. Juni

Der nackte Regisseur – Staffel 2 (Netflix)


25. Juni

Solos (Amazon Prime)

Sex/Life (Netflix)


Noch ohne genauen Termin:

Ray (Netflix)

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