© ONF (aus „Die Physik der Schwermut“)

Kurzschluss: Festival von Annecy 2021 (arte)

Dienstag, 01.06.2021

12.6., 00.55-02.35, arte

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Vom 14. bis 19. Juni findet im französischen Annecy die diesjährige Ausgabe des Animationsfilm-Festivals statt, das zu den wichtigsten Veranstaltungen für die Branche gehört. Die derzeitige Corona-Lage lässt eine „Live-Ausgabe“ mit Kinovorführungen realisierbar erscheinen, wenn auch natürlich mit Hygienekonzept und eingeschränkter Zuschauerzahl. Das Kurzfilm-Magazin von arte stimmt zwei Tage vor Festivalbeginn schon einmal mit einigen Filmen auf den Animations-Höhepunkt ein. So handelt „Easter Eggs“ des Belgiers Nicolas Keppens von zwei gelangweilten Teenagern, die sich auf die Suche nach entflohenen exotischen Vögeln begeben, die sie verkaufen wollen. „Das Erwachen der Insekten“ des vielfach preisgekrönten Duos Stéphanie Lansaque und François Leroy zeigt eine taoistische Exorzistin, die sich daranmacht, einen alten Mann von Dämonen in seinem Kopf zu befreien.

Auch der letztjährige Gewinner des „Cristal-Preises“ in Annecy für den besten Abschlussfilm ist in der Sendung zu sehen: „Naked“ des Russen Kirill Chatschaturow handelt von einem jungen Mann, der nach einem Laborunfall über Superkräfte verfügt, dadurch aber vor allem Alltagsärger bekommt. Preisgekrönt (mit dem BAFTA Award 2019 für den besten animierten Kurzfilm) ist auch „Die Jungen-WG“ von Jonathan Hodgson, in dem das Zusammenleben dreier seit der Kindheit befreundeter Jugendlichen durch einen neuen Mitbewohner aufgestört wird. „Die Welt an und für sich“ von Sandrine Stoïanov und Jean-Charles Finck erzählt davon, wie eine erkrankte Künstlerin sich mit Malerei und der Beobachtung eines Eichhörnchens vom Krankenhausbett aus neuen Lebensmut erkämpft.

Besonderes Augenmerk legt die Sendung außerdem auf den 1968 geborenen bulgarisch-kanadischen Animationsfilmer Theodore Ushev, der zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft gehört und über seinen jüngsten Film „Die Physik der Schwermut“ spricht. Im Anschluss an „Kurzschluss“ (02.35-03.05) wird das Werk gezeigt, das 2020 in Annecy den „Cristal-Preis“ für den besten Kurzfilm und den Preis der Kritikervereinigung FIPRESCI gewann. Ushev verarbeitet darin seine eigene Geschichte als Künstler nach seiner Migration nach Kanada Ende der 1990er-Jahre.

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