© Uwe Dettmar/DFF (Deutsches Filmmuseum in Frankfurt am Main)

Filmmuseen wieder geöffnet

Dienstag, 01.06.2021

Seit Ende Mai empfangen die Filmmuseen in Deutschland wieder Besucher*innen. Eine Übersicht über laufende und kommende Ausstellungen

Diskussion

Nach dem Corona-Lockdown sind die deutschen Filmmuseum nun wieder zugänglich. In Frankfurt am Main lockt die Last-Minute-Chance, die Ausstellung „Sound of Disney“ zu sehen, und die Aussicht auf eine Schau zum Katastrophenfilm im Juli; in Potsdam feiert man 40-jähriges Jubiläum, die Deutsche Kinemathek in Berlin würdigt Kostümbildnerin Barbara Baum, und in Düsseldorf geht es ums Werk von Christoph Schlingensief.


Mit dem Sinken der Corona-Fallzahlen deutschlandweit sind Lockerungen des Lockdowns möglich geworden, und das heißt, dass auch das kulturelle Leben wieder anläuft. Das gilt auch für die Filmkultur: Kinoöffnungen sind in Aussicht, und die Filmmuseen haben ihre Pforten wieder geöffnet. Schon seit 24. Mai sind etwa die Ausstellungen des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main wieder zugänglich – mit Terminbuchungen, Abstandsregel und Maskenpflicht (Infos dazu gibt es hier). Somit besteht eine letzte Chance, die „Sound of Disney“-Ausstellung des Hauses zu besichtigen, die im August 2020 eröffnet hatte und noch bis 13. Juni zu sehen ist: Eine sehenswerte Erkundung der Klangwelten der vielgeliebten Disney-Klassiker, ihrer Experimente mit Musik, Geräuschen und Sprache. „Die Frankfurter Ausstellung ist eine vielfältige Schatzsuche geworden“, schrieb Daniel Kothenschulte 2020 in seinem Ausstellungsbericht zur Eröffnung. Ab 14. Juli, also einen Monat später, wartet das Deutsche Filmmuseum dann mit einer neuen Ausstellung auf: Passend zum Katastrophen-Klima im Corona-Jahr widmet sich das Museum ausführlich dem Genre des Katastrophenfilms, wobei es um die Beziehung zwischen filmischen und realen Katastrophen gehen soll.




Stoff zum Träumen

Seit 1. Juni empfängt auch die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen wieder Besucher*innen, allerdings momentan nur für nachweislich getestete, geimpfte oder genesene, und mit entsprechendem Hygienekonzept (mehr Infos dazu hier). Zu sehen ist weiterhin eine Ausstellung, die sich dem Schaffen der Kostümdesignerin Barbara Baum widmet: „Was die Kuratoren Hans-Peter Reichmann und Isabelle Bastian in akribischer Kleinarbeit zusammengestellt haben und liebevoll präsentieren, verdient höchstes Lob!“, schwärmte Josef Nagel in seinem Ausstellungsbericht: „Hier kann man wirklich von einem Blick hinter die Kulissen, ins Herz der Traumfabrik Film sprechen. Der konzentrierte Blick zurück macht die große Leidenschaft der Handwerkerin und Künstlerin Barbara Baum erst so richtig verständlich und begreifbar: Ihre Stoffe – Wolle, Leinen, Seide, Spitze, Tüll, Brokat, Chiffon – verleihen dem Gesamtkunstwerk Film besonders in seinen historischen Ausprägungen eine unverwechselbare Handschrift, schaffen eine Augenweide.“ Zu sehen ist die Schau bis 9. August, ebenso wie die ebenfalls noch laufende Ausstellung „Du musst Caligari werden – Das virtuelle Kabinett“, mit der der 100. Geburtstag des Stummfilm-Klassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ gefeiert wird.

Aus "Das Cabinet des Dr. Caligari" (© Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung)
Aus "Das Cabinet des Dr. Caligari" (© Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung)

Im Oktober eröffnet das Haus dann eine neue Ausstellung: "Bild für Bild. Film restaurieren", zu sehen ab 27.10., beleuchtet die das Handwerk der Restaurator*innen, die altes Filmmaterial zu neuem Leben erwecken.

Vier Jahrzehnte Filmmuseum in Potsdam

Ebenfalls wieder geöffnet ist das Filmmuseum Postdam. Zu sehen gibt es dort aktuell neben der Dauerausstellung „Traumfabrik – 100 Jahre Film in Babelsberg“ eine Ausstellung zu Ehren eines Stars des Kinderfernsehens: „Mit dem Sandmann auf Zeitreise“ würdigt den liebeswerten Traum-Bringer anlässlich seines 60. Geburtstags und wurde bis 31. Dezember verlängert. Außerdem hat das Filmmuseum Anlass zum Feiern: Das Haus wird 40 Jahre alt. Am Donnerstag, den 3. Juni, eröffnen passend eine (analoge) Foyerausstellung „40 Jahre Filmmuseum Potsdam“ sowie eine virtuelle Ausstellung, die die Geschichte das Hauses Revue passieren lassen, das 1981 als Filmmuseum der DDR seine Tore öffnete: „Die Schau erzählt von der ersten Filmtechnikausstellung, mit der 1981 eröffnet wurde, von der Schnelligkeit, mit der das Museum ab den 90er Jahren wuchs, als man aus den Studios der aufgelösten DEFA Objekte und Dokumente für die Sammlung barg. Erinnert wird an die Euphorie, mit der man damals viel Publikum und internationale Gäste anzog, mit streitbaren Ausstellungen ebenso wie mit den ersten Familienausstellungen. Auch institutionelle Veränderungen werden erläutert“, heißt es in der Ankündigung. Flankiert wird die Schau von einer durch die zahlreichen Mitarbeitenden des Museums kuratierte Wunschfilmreihe, die im virtuellen kino2online und ab 1. Juli auch im wieder eröffnenden analogen Kino des Hauses zu sehen ist.


Das im Marstall untergebrachte Filmmuseum Potsdam
Das im Marstall untergebrachte Filmmuseum Potsdam

Schlingensief in Aktion

Auch das Filmmuseum in Düsseldorf hat wieder geöffnet. Zu sehen ist dort aktuell noch bis 31. August die Fotoausstellung „Christoph Schlingensief: Projektionen“, mit der das Filmmuseum, zusammen mit anderen Museen der nordrhein-westfälischen Hauptstadt, das Schaffen des Multitalents Schlingensief würdigt. Sie präsentiert Bilder, die Filmtonmeister Eckhard Kuchenbecker, ein Mitarbeiter des Künstlers, ab 1983 in einem Zeitraum von zwölf Jahren von Schlingensief, seinen künstlerischen Mitstreiter*innen und seiner Arbeit gemacht hat. Dabei geht es um die „Faszination des Schaffensprozesses“.

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