© AppleTV+ (aus „Foundation“)

Serien im September 2021

Donnerstag, 02.09.2021

Seriennachschub quer durch die Streamingdienste: Zukunftsentwürfe in den Science-Fiction-Serien „Foundation“, „Y: The Last Man“, „Star Wars: Visions“ und „Anna“, Beziehungsturbulenzen hoch drei in „Trigonometry“ und Serienfinale von „Haus des Geldes“ und „Pose“

Diskussion

Es gibt wieder Seriennachschub quer durch die Streamingdienste: Zukunftsentwürfe in den Science-Fiction-Serien „Foundation“, „Y: The Last Man“, „Star Wars: Visions“ oder „Anna“, Beziehungsturbulenzen in „Trigonometry“ und das Serienfinale von „Haus des Geldes“ und „Pose“.


September wird ein guter Monat für Science-Fiction-Fans! Im Kino startet nach langer Corona-Aufschieberei endlich Denis Villeneuves Neuverfilmung von Frank Herberts Romanklassiker „Dune“, und bei AppleTV+ hat am 24.9. eine Serienverfilmung eines weiteren Genreklassikers Premiere: „Foundation“ beruht auf dem gleichnamigen Erzähluniversum eines der prägenden Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts, Isaac Asimov. Entstanden in den 1940er-Jahren und später in diversen Sequels und Prequels ausgebaut, geht es in dem Stoff um den Untergang eines galaktischen Imperiums und das Streben einer Vereinigung von Wissenschaftlern, der „Foundation“, den Neuaufbau einer interstellaren menschlichen Zivilisation einzuleiten. Eine wichtige Rolle dabei spielt die von einem Mathematiker entwickelte fiktive Wissenschaft der Psychohistorik. Für die Adaption zeichnet als Showrunner u.a. Drehbuchautor David S. Goyer verantwortlich, der sich zuvor einen Namen mit seinen Adaptionen aus dem DC-Comicuniversum gemacht hat – er lieferte u.a. die Bücher für Christopher Nolans „Batman“-Trilogie.


In der Postapokalypse: „Y: The Last Man“ & „Anna“

Apropos DC: Aus dem Hause Vertigo, einem Ableger von DC Comics, kommt ein weiterer Science-Fiction-Stoff, dessen Serienverfilmung im September anläuft. „Y: The Last Man“ (ab 22.9.) beruht auf der gleichnamigen Reihe von Brian K. Vaughan und Pia Guerra und kreist um eine postapokalyptische Welt, in der sämtliche Säugetiere mit Y-Chromosom – also auch alle Männer – dahingerafft wurden. Was die weibliche Hälfte der Menschheit nicht nur deswegen in größte Nöte stürzt, weil sie um Väter, Söhne, Brüder, Partner und Freunde trauert, sondern auch, weil damit logischerweise die komplette Auslöschung der Spezies mangels Nachwuchses nur noch eine Frage der Zeit ist. Doch ein Mann hat überlebt – und findet sich in einer äußerst prekären Lage, da alle mögliche Personen und Parteien seiner habhaft werden wollen. Die Serie startet am 22.9. bei Disney+.


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Darüber hinaus wartet Disney+ auch mit Nachschub aus dem „Star Wars“-Franchise auf (ab 22.9.), der formal reizvoll werden dürfte: Der von George Lucas geschaffene Erzählkosmos trifft in „Star Wars: Visions“ auf die japanische Anime-Ästhetik; die aus neun Folgen bestehende Anthologie-Serie mit Geschichten aus unterschiedlichen Ecken der fiktiven Galaxis wurden von verschiedenen Anime-Studios in jeweils charakteristischer visueller Form umgesetzt.

Star Wars: Visions (© 2021 Lucasfilm Ltd.)
Star Wars: Visions (© 2021 Lucasfilm Ltd.)

Ein weiteres Science-Fiction-Szenario gibt es ab 10.9. in der arte-Mediathek zu sehen. „Anna“ ist ein Projekt des italienischen Autors Niccolò Ammaniti, der bereits die exzellente Serie „Ein Wunder“ verantwortet hat, und beruht auf dessen gleichnamigem Roman: Eine fatale Seuche rafft fast komplett die erwachsene Bevölkerung hinweg, nur Kinder und Jugendliche überleben. Auf Sizilien sucht ein Mädchen in dem entstandenen Chaos und der um sich greifenden Verwilderung nach seinem kleinen Bruder. Die Serie wird in der Mediathek zunächst als OmU zu sehen sein; am 4.11. um 21 Uhr folgt dann ebenfalls bei arte die Ausstrahlung der deutschen Synchronfassung.


Unglückliche Todesfälle bei arte

Sowieso wartet arte im September wieder mit einer feinen Auswahl an Serien auf, die in der Mediathek, teils auch im TV-Programm zu sehen sind. So hat etwa am 2.9. die schottische Serie „Guilt – Keiner ist schuld“ TV-Premiere, die bereits seit 26.8. in der arte-Mediathek zu sehen ist. Es geht um zwei sehr unterschiedliche Brüder aus Edinburgh, die sich unwillentlich gemeinsam in ein Netz aus Schuld und Lüge verstricken: Auf der Heimfahrt von einer Hochzeitsfeier überfahren die beiden einen alten Mann; sie vertuschen den Unfall, bringen den Rentner in sein Haus und hoffen darauf, dass der Todesfall der Krebserkrankung des Alten zugeschrieben werden wird. Es sieht zunächst auch so aus, als könnte das klappen, doch eine aus den USA angereiste Nichte des Toten wird misstrauisch, und durch eine Reihe von Fehlern und unklugen Versuchen, das Geschehene zu vertuschen, droht die Brüder ihr Fehltritt auf mehreren Ebenen zum Straucheln zu bringen.

Ebenfalls bei arte zu sehen (ab 16.9. in der Mediathek, ab 23.9. im Fernsehen) ist die finnische Dramaserie „Zimmer 301“: Im Sommer 2007, während eine finnische Familie Mittsommer auf ihrem Landhaus feiert, wird der zwei Jahre alte Sohn durch einen Schuss getötet; der 12-jährige Nachbarsjunge scheint für den Tod verantwortlich zu sein. Jahre später erhält die Familie einen anonymen Drohbrief und stößt während eines Griechenland-Urlaubs in ihrem Hotel auf einen jungen Mann aus Zimmer 301, der dem vermeintlichen kindlichen Mörder von einst ähnelt. Waren die Ereignisse damals doch anders, als sie schienen?

Zimmer 301 (© Warner Bros. International Television Production Finland)
Zimmer 301 (© Warner Bros. International Television Production Finland)

In der Zukunft statt in der Vergangenheit liegt der Todesfall, der den Aufhänger für die tragikomische isländische Serie „Mein eigenes Begräbnis“ (zu sehen ab 3.9. in der arte-Mediathek) bildet: Ein alter Mann erfährt just am Tag, an dem er pensioniert wird, dass er an einem Gehirntumor erkrankt ist. Zwei Wochen vor der gefährlichen Operation an dem Tumor beschließt er, seine Beerdigungszeremonie vorzuziehen, um selbst daran teilnehmen zu können, und beginnt mit der Organisation.


ZDF-Mediathek: „Trigonometry“ & „Mein Freund, das Ekel“

Auch die ZDF-Mediathek hat Seriennachschub zu bieten. In „Trigonometry“ geht es um ein junges Londoner Paar, das angesichts einer finanziellen Flaute mit den happigen Mietpreisen in der Hauptstadt zu kämpfen hat und deswegen beschließt, eine Untermieterin bei sich aufzunehmen. Die neue Mitbewohnerin passt bestens zu den beiden – so gut, dass bald verwirrende Gefühle aufkommen und sich die Frage stellt, ob es möglich sein könnte, die romantische Zweierbeziehung zu einem Trio zu erweitern. Die Serie stammt aus der Feder des renommierten britischen Theaterautors und -regisseurs Duncan Macmillan und der Schauspielerin und Autorin Effie Woods; inszeniert hat fünf der acht Folgen die griechische Regisseurin Athina Rachel Tsangari, eine der Frontfrauen der griechischen „neuen Welle“, die mit Filmen wie „Attenberg“ und „Chevalier“ bekannt wurde.

Beziehungschaos von anderer Art gibt es in der deutschen Serie „Mein Freund, das Ekel“, einer Serienfortschreibung der gleichnamigen Komödie mit Altstar Dieter Hallervorden als im Rollstuhl sitzender Ex-Oberstudienrat, der sich nach anfänglichen Reibereien mit einer toughen Single-Mutter aus einem Plattenbau-Ghetto anfreundet. In der Serie verliert der überzwerche Alte seine gutbürgerliche Bleibe und findet bei seiner neuen Freundin Unterschlupf – und ist in dem ihm fremden Milieu natürlich in einer „fish out of water“-Situation, wie sie im Buch steht. Die ZDF-Mediathek zeigt die Comedy-Serie ab 16.9.

Trigonometry (© ZDF/BBC)
Trigonometry (© ZDF/BBC)

Bei Netflix: Neues von „Haus des Geldes“, „Sex Education“ und „Pose“ sowie Serienneustarts von „Jaguar“ und „Midnight Mass“

Netflix wartet derweil mit der Fortführung mehrerer Erfolgsserien auf: Die Coming-of-Age-Serie „Sex Education“ geht ab 16.9. in Staffel 3, die spanische Serie „Haus des Geldes“ um ein Team verwegen-genialischer Bankräuber geht am 3.9. in ihre fünfte und finale Staffel; und auch Ryan Murphys „Pose“ steuert mit der am 22.9. gezeigten dritten Staffel auf das Finale zu: Die Tanz-Musical-Serie um die sogenannte „Ballroom“- und LGBT-Szene im New Yorker Stadtteil Lower Manhattan der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre kommt nun im Jahr 1994 an.

Außerdem gehen bei Netflix auch wieder mehrere neue Serien an den Start. Mit dabei: Neues aus Spanien, das sich anschickt, als Thriller-Serie in die Fußstapfen von „Haus des Geldes“ zu treten; allerdings geht es bei „Jaguar“ nicht um Banküberfälle, sondern um die Jagd auf ehemalige NS-Verbrecher. Im Spanien der 1960er-Jahre sind mehrere ehemalige Nazi-Täter untergetaucht und bewegen sich unbehelligt in der Schickeria des Franco-Regimes. Eine junge Frau, die einst das KZ Mauthausen überlebte, sucht nach einem besonders berüchtigten Altnazi und findet Unterstützung bei einer Gruppe Gleichgesinnter.


Horror in „Midnight Mass“ & „American Horror Stories“

Die neue Netflix-Serie „Midnight Mass“ liefert außerdem Nachschub für die Fans von „Spuk in Hill House“ und „Spuk in Bly Manor“: Sie ist ein weiterer Streich von deren Showrunner Mike Flanagan und entfesselt rund um die Menschen auf einer abgelegenen Insel und einen mysteriös-charismatischen neuen Priester, der zu ihnen stößt, übernatürliche Schrecken.

Und wer dabei auf den Grusel-Geschmack kommt, kann direkt bei Disney+ weiterschauen: Dort wird am 8.9. „American Horror Stories“ zu sehen sein, ein Spin-off des Grusel-Erfolgs „American Horror Story“. Pro Folge blättern die Showrunner Brad Falchuk und Ryan Murphy darin je eine für sich selbst stehende Schauergeschichte um Mörder, Monster und Co. auf.

American Horror Stories (© Disney)
American Horror Stories (© Disney)


Neue Serien im Überblick:


1. September

Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror (Doku-Serie) (Netflix)


2. September

Guilt – Keiner ist schuld (arte, bereits seit 26.8. in der arte-Mediathek)

Q-Force (Netflix)


3. September

Haus des Geldes – Die finale Staffel (Netflix)

Mein eigenes Begräbnis (arte-Mediathek)


6. September

Luther – 5 Staffeln (ZDF-Mediathek)


7. September

On the Verge (Netflix)


8. September

American Horror Stories (Disney+)


10. September

Anna (arte-Mediathek)

Voltaire High – Die Mädchen kommen (Amazon Prime)

Voltaire High (© Amazon Studios)
Voltaire High (© Amazon Studios)


11. September

Trigonometry (ZDF-Mediathek)


16. September

Mein Freund, das Ekel (ZDF-Mediathek)

Zimmer 301 (arte-Mediathek)


17. September

Hopeville (arte-Mediathek)

Jenseits der Spree (ZDF-Mediathek)

Sex Education – Staffel 3 (Netflix)


22. September

Dear White People – Staffel 4 (Netflix)

Jaguar (Netflix)

Star Wars: Visions (Disney+)

Y: The Last Man (Disney+)

Y: The Last Man (© 2021 FX Networks)
Y: The Last Man (© 2021 FX Networks)


23. September

Pose – Staffel 3 (Netflix)


24. September

Foundation (AppleTV+)

Goliath – Staffel 4 (Amazon Prime)

Midnight Mass (Netflix)


29. September

Der Kastanienmann (Netflix)


30. September

Mare of Easttown (DVD/BD; Warner)

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