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Lisbon Story

Freitag, 17.09.2021

Eine verspielte Wim-Wenders-Hommage ans Kino - bis 24.9. in der ARD-Mediathek

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Der Film beginnt mit einer Postkarte und einer verschlüsselten Nachricht: „Lieber Phillip. Ich kann nicht weitermachen m.o.s.! S.O.S! Komm nach Lissabon mit all deinen Sachen a.s.a.p.! Lieber Gruß, Fritz.“

Wer ist hier wer? Und was bedeuten all diese Abkürzungen? S.O.S. und a.s.a.p. unterstreichen die besondere Dringlichkeit der Angelegenheit: Komm As Soon As Possible! Aber was bedeutet „m.o.s.“? Das ist ein Ausdruck aus den Anfängen des Tonfilms, der angeblich auf Erich von Stroheim zurückgeht, der statt der Talkies lieber stumm weiterdrehen wollte, nämlich „mit ohne sound“.

Es dauert nicht lange, bis man weiß, dass der Hilferuf von dem Regisseur Friedrich Munroe (Patrick Bauchau) stammt, der seinen Freund Phillip Winter (Rüdiger Vogler) um Hilfe bietet. Friedrich dreht gerade im Alleingang in Lissabon einen Stummfilm, und Winter ist Toningenieur. Der Film verfolgt die Absicht, ohne Rückgriff auf die Filmgeschichte auszukommen, so, als hätte es noch nie einen Film davor gegeben. Winters Mikrofone sollen die Bilder „aus der Dunkelheit ziehen“ und die scheiternde Produktion retten. Da der Regisseur zunächst aber unauffindbar ist, streift der Freund durch die Stadt, sucht die Töne zu den Fragmenten des Films und verliebt sich in die Musik und die Sängerin einer portugiesischen Gruppe.

„Lisbon Story“ von Wim Wenders aus dem Jahr 1994 ist eine Hommage an die Stadt Lissabon und eine Verneigung vor der Filmgeschichte, zu deren 100. Geburtstag der Film entstand. Die Magie des Lichts führt durch die weiße Stadt am Tejo; die Klänge des Fados, im Film performt und eingespielt von der Gruppe Madredeus, hallen lange nach.

Eine verspielte Hommage an das Kino, die vielfältigen Reflexion über das Kino, seine Vergangenheit, Entwicklung und Zukunft anregt. Ein Film, der von der Liebe zu seinem Metier zeugt. – Ab 14.


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