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Fahr zur Hölle, Liebling (arte)

Mittwoch, 08.09.2021

20.9., 20.15-21.45, arte

Diskussion

Raymond Chandlers Detektiv Philip Marlowe traf mit seiner hartgesottenen, aber keineswegs gefühlsarmen Art in den 1940er-Jahren den Nerv der Zeit und fand mit dem Aufstieg des Film noir denkwürdig auch den Weg auf die Leinwand. Rund dreißig Jahre danach erlebte Marlowe ein etwas unerwartetes Kino-Comeback, als einzelgängerische Ermittler im Hollywood-Kino plötzlich wieder en vogue waren. So wurde der Roman „Farewell, My Lovely“ von Regisseur Dick Richards wieder aufgegriffen, der 1944 bereits als Murder, My Sweet verfilmt worden war und dem bis dahin als nettem Liebhaber aus Musicals bekannten Dick Powell als erstem Leinwand-Marlowe einen Imagewechsel verschafft hatte. Richards besetzte hingegen eine naheliegendere Wahl für den Privatdetektiv: Robert Mitchum war zwar eigentlich mit fast 60 Jahren schon etwas alt für die Rolle, verhalf seinem Marlowe aber zu einer gar nicht unpassenden Abgeklärtheit und leichten Erschöpfung, die mit der Schlechtheit der Welt um ihn herum sehr gut harmonierte.

Auch sonst ist diese Adaption bemerkenswert stilvoll. Marlowe erhält hier zu Beginn den Auftrag eines riesenhaften Gangsters, dessen verschwundene Freundin Velma aufzufinden, und erkennt bald, dass jemand das offenbar mit allen Kräften verhindert will. Stimmig gerät seine lebensgefährliche Suche vor allem bei der Milieuzeichnung, zudem ist der Krimi auch in den übrigen Rollen, u.a. mit Charlotte Rampling und John Ireland, trefflich besetzt. – Sehenswert.

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