Eine Mutter macht mit ihren beiden Teenager-Töchtern Urlaub an der Küste von Andalusien. Schnell findet sie einen Flirt und kümmert sich kaum noch um ihre Kinder. Ihre älteste Tochter macht es ihr nach. Zurück bleibt die 13-jährige Claire (Zita Gaier), die sich alleingelassen und vernachlässigt fühlt.
Am Strand trifft sie auf den Senegalesen Amram (Gedion Oduor Wekesa). Die beiden Jugendlichen haben eines gemeinsam: Sie vermissen beide ihren Vater. Weil Amram Geld braucht, will Claire ihm helfen – und macht dadurch die Situation für den Migranten nur noch schlimmer.
Was auf den ersten Blick ein Jugend- und Flüchtlingsdrama zu sein scheint, ist gleichzeitig eine böse Satire. Denn „Sunburned“ stellt nicht nur die Lebensbedingungen von Flüchtlingen ungeschönt dar, sondern karikiert gleichzeitig die Freizeitgesellschaft und den Tourismus der europäischen Urlauber.
„Ich habe mit schwarzem Humor gearbeitet. Wir machen uns auch ein wenig über die Figuren lustig, obwohl wir die im Grunde ja selbst sind“, sagte Regisseurin Carolina Hellsgård im Interview. Obwohl die Inszenierung Klischees klug vermeidet, verleiht sie der Freundschaft der beiden Menschen aus unterschiedlichen Milieus unaufdringlich märchenhafte Züge. – Sehenswert ab 14.