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Tote Taube in der Beethovenstraße (WDR)

Montag, 04.10.2021

19.10., 23.40-01.20, WDR Fernsehen

Diskussion
Setzt man „Tatort“-Zuschauern improvisierte Episoden in Mundart vor oder klärt das Schicksal von Hauptfiguren nicht pünktlich vor dem Abspann, können die Social-Media-Kanäle schon mal heiß laufen. In früheren Zeiten griff man zu Telefon oder zum Stift, wodurch die Reaktionen aber nicht minder heftig ausfielen. Die im Januar 1973 erstmals ausgestrahlte Folge „Tote Taube in der Beethovenstraße“ machte es den Zuschauern freilich auch nicht leicht: Der US-Amerikaner Samuel Fuller scherte sich kein bisschen um die Erwartungen an die Krimireihe, ließ gerade noch die Titelsequenz zu, um dann den etablierten Ermittler, Zollfahnder Kressin (Sieghart Rupp), nach kurzem Auftritt ins Krankenbett und aus der Folge zu befördern. Für ihn übernimmt der New Yorker Privatdetektiv Sandy (Glenn Corbett), der sich mit „Hard Boiled“-Methoden in eine komplizierte Geschichte um einen Erpresserring, verführerische Frauen und B-Movie-Schurken versenkt, all das vor dem Hintergrund der Wahrzeichen des Rheinlands bis hin zum Kölner Karneval. Gewaltbetont wie bei „Mike Hammer“, dann wieder sehr lyrisch, drehte Fuller letztlich eine eigenständige Reflexion über die Macht des Geldes, die ganz nebenbei auch die Stereotypen des Fernsehkrimis hinterfragt. – Ab 16.
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