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An ihrer Seite (arte)

Dienstag, 05.10.2021

18.10., 22.50-00.40, arte

Diskussion

Nach denkwürdigen Auftritten als beinahe einzige Überlebende eines Busunfalls in Atom Egoyans Das süße Jenseits sowie als todkranke junge Ehefrau und Mutter in Mein Leben ohne michund als traumatisierte und körperlich versehrte Krankenschwester in Das geheime Leben der Worte (beide unter der Regie von Isabel Coixet) lag es nahe, dass sich die kanadische Schauspielerin Sarah Polley für ihr Regiedebüt ebenfalls keinen leichten Stoff aussuchen würde. Tatsächlich dringt ihre Adaption einer Kurzgeschichte ihrer Landsfrau Alice Munro tief in Fragen zu Alter, Verlust und dem Wesen von Glück vor: Als seine Ehefrau Fiona (Julie Christie) an Alzheimer erkrankt, muss Grant (Gordon Pinsent) nach 45 Ehejahren hilflos mit ansehen, wie die geliebte Frau ins Unbewusste driftet und die Erinnerung an ihr bisheriges glückliches Leben verliert. Fiona beschließt noch selbst, in ein Pflegeheim zu ziehen; Grant ist dagegen und erlebt bald schmerzhaft, dass seine Frau ihn gar nicht mehr erkennt – dafür aber mit einem anderen demenzkranken Bewohner (Michael Murphy) zarte Bande knüpft und Grant als aufdringlichen „Verehrer“ sanft, aber bestimmt zurückweist. Über den schmerzlichen Verlust hinaus muss er sich der Frage stellen, wessen Glück ihm wirklich am Herzen liegt.

Sarah Polley gelang mit „An ihrer Seite“ ein präzise entwickeltes und inszeniertes Regiedebüt mit vorzüglichen Darstellern. Dabei begegnet sie dem Thema unverkrampft und mit befreiendem Humor und vermeidet jede Sentimentalität. – Sehenswert ab 16.

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