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Neuer Kinotipp: "Nowhere Special"

Donnerstag, 07.10.2021

Das bewegende Drama um einen Vater, der für seinen kleinen Sohn eine Pflegefamilie sucht, wurde am 7.10. zum Kinotipp der katholischen Filmkritik gekürt.

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Das stille, bewegende Drama „Nowhere Special“ des italienischen Filmemachers Uberto Pasolini ist Kinotipp der Katholischen Filmkritik für den Monat Oktober. Der Film erzählt von dem Fensterputzer John und seinem vierjährigen Sohn Michael, mit dem er in bescheidenen Verhältnissen in einem Vorort von Belfast lebt und um den er sich rührend kümmert. Da John weiß, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, begibt er sich auf die Suche nach einer Pflegefamilie für Michael. Doch das entpuppt sich schwerer als gedacht. Und da er es in seiner Hilflosigkeit auch nicht schafft, dem Kind von seinem nahenden Tod zu erzählen, wird das Unausgesprochene zwischen Vater und Sohn immer bedrängender.

Doch nicht das Ende oder die Angst vor ihm stehen im Mittelpunkt des Films, sondern der Wert gemeinsam geteilter Augenblicke. Ohne Pathos oder falsche Sentimentalität gelingt es dem subtilen Drama, eine Geschichte über das augenblickliche Glück des Lebens zu erzählen. Denn über der Suche nach einem perfekten Platz für seinen Sohn ist der Vater gezwungen, seine Einstellungen zu revidieren. Die soziale Scham angesichts seiner prekären Lebensumstände lässt ihn lange übersehen, wie viel wichtiger eine gemeinsame, aufrichtig geteilte Welt für seinen Sohn ist. Gespräche mit einer älteren Frau eröffnen überdies die Einsicht, dass er trotz des Abschieds seinen Sohn nicht gänzlich im Stich lässt und er daher dessen Zukunft mit etwas mehr Gelassenheit entgegensehen kann.

Nowhere Special (© Piffl Medien)
"Nowhere Special" (© Piffl Medien)

Es ist die tiefe Humanität von „Nowhere Special“, mit der Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach einem Jenseits thematisiert werden, ohne dass der Film auf Plattitüden oder religiösen Kitsch zurückgreifen würde. Maßgeblich tragen dazu auch die beiden perfekt besetzten Protagonisten und ihr ruhiges und dennoch eindringliches Spiel bei. Die Bilder, Einsichten und Spiegelungen, die der Beruf des Fensterreinigers ermöglicht, eröffnen zudem viele Interpretationsmöglichkeiten.

Der Kinotipp der Katholischen Filmkritik“ ist ein Qualitätssiegel, mit dem Filme hervorgehoben werden, die in besonderer Weise religiöse Themen aufgreifen, von menschlichen Nöten, Sorgen und Hoffnungen erzählen und Antworten auf existenzielle Fragen formulieren.

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