© Netflix ("Hellbound")

Serien im November 2021

Mittwoch, 27.10.2021

Eine Übersicht über neue Mehrteiler und Serien, die im November starten

Diskussion

Nachschub quer durch die Streamingdienste und Mediatheken. Mit zwei sympathischen Antihelden aus „Warten auf’n Bus“, Serien über rechtsextremen Terror, neuen Abenteuern des Avengers-Mitglied „Hawkeye“ oder eine Netflix-Serie, in der das jüngste Gericht hereinzubrechen scheint.


Zu den schönsten Serienentdeckungen der letzten Monate gehörte eine deutsche Sitcom um zwei Looser in der brandenburgischen Provinz, die nicht viel anderes tun, als an einer Bushaltestelle herumzuhängen und zu quatschen. In „Warten auf’n Bus“ spielen Ronald Zehrfeld und Felix Kramer zwei vom Leben gebeutelten Mittvierziger, die keine Jobs, kaum Geld und auch sonst nicht viel vorzuweisen, aber zum Glück ihre Freundschaft und den Hund Maik haben. Das Drehbuch legte ihnen dabei so herrliche Dialoge in den Mund, die das ganze Spektrum zwischen Absurdität und Weltklugheit durchstreiften, dass man sofort am Binge-Watching-Haken hing. Ab 6. November gibt es ein Wiedersehen mit den beiden liebenswerten Antihelden. Der rbb hat sieben weitere Folgen produziert; die zweite Staffel ist ab 6. November in der ARD Mediathek verfügbar.


Rechtsextremer Terror in „Westwall“ und „Furia“

Eine andere neue Miniserie made in Germany gibt es beim ZDF und in der ZDF Mediathek: „Westwall“ (ab 20.11.) zu entdecken nach dem gleichnamigen Roman von Benedikt Gollhardt erzählt von einer jungen Polizeischülerin, die durch eine Liebschaft zufällig auf ein rechtsextremes Netzwerk stößt, dessen Verbindungen bis in den Verfassungsschutz reichen. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und stößt in den einstigen NS-Bunkern des „Westwalls“ in der Eifel auf eine Terror-Zelle und deren dubiose Anführerin.

Das Thema rechten Terrors greift auch Miniserie „Furia“ (ab 7. November in der ZDF-Mediathek) auf. In der skandinavisch-deutschen Co-Produktion von Showrunner Gjermund Stenberg Eriksen geht es um die Bemühungen norwegischer und deutscher Sicherheitskräfte, Europa vor einer rechtsextremen Zelle zu schützen. In dem Politthriller wirken unter anderem Nina Kunzendorf, August Diehl und Ulrich Noethen mit.

Auf den Spuren von "Schtonk!": die Serie "Faking Hitler" (RTL/Martin Valentin Menke)
Auf den Spuren von "Schtonk!": die Serie "Faking Hitler" (© RTL/Martin Valentin Menke)

Außerdem startet eine Serie, die sich mit dem westdeutschen Umgang mit der braunen Vergangenheit befasst: „Faking Hitler“ (ab 30. November bei RTL+) rollt den Presseskandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher auf – dasselbe Thema also, das Helmut Dietl in „Schtonk!“ 1992 schon satirisch rekapitulierte. In der sechsteiligen Neuverfilmung sind Lars Eidinger als Reporter Gerd Heidemann und Moritz Bleibtreu als Kunstfälscher Konrad Kujau zu sehen.


Marvel-Action und High Fantasy

Bei Disney+ erhält der meisterliche Bogenschütze Clint Barton alias „Hawkeye(Jeremy Renner) aus dem Avengers-Team ein Solo-Serienabenteuer (ab 24. November). Als echter Teamplayer und Familienmensch bekommt Hawkeye jugendliche Verstärkung an die Seite gestellt: die höchst talentierte Schützin Kate Bishop (Hailee Steinfeld) wird zu seinem Protégé und zur Helferin des Helden im Kampf gegen Feinde, die Barton sich während seiner Rächer-Tage als „Ronin“ gemacht hat.

Für Fantasy-Fans startet bei Amazon Prime am 19. November mit „Das Rad der Zeit“ ein episches Abenteuer nach dem Roman-Zyklus von Robert Jordan, der in den 1990er-Jahren entstand und sich schließlich auf 14 Bände anwuchs. Darin geht es um ein fiktives Reich, in dem nach klassischem Fantasy-Schema ein Kampf zwischen den Mächten des Guten und des Bösen tobt, in den ein Bauernsohn hineingezogen wird. Die Serienverfilmung dürfte in den Romanen jede Menge süffiges Material fürs fantastische World Building finden.


„Dopesick“ & „Der Therapeut von nebenan“

Zu den Prestige-Serienprojekten gehören im November außerdem zwei starbesetzte US-Serien, die auf realen Ereignissen aus dem Bereich Medizin fußen. „Dopesick“ (ab 12.11. bei Disney+) stammt von dem Serienschöpfer Danny Strong und kreist um die „Opioid-Krise“ in den USA, festgemacht an der Geschichte des Schmerzmittels OxyContin und den Geschäftspraktiken des Unternehmens Purdue Pharma, das das Medikament 1996 auf den Markt brachte. Die mit Michael Keaton, Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg und Rosario Dawson hochkarätig besetzte Serie soll „zu den Epizentren des US-amerikanischen Kampfes mit der Opioidabhängigkeit“ führen“.

Dubioses Artz-Patienten-Verhältnis: "Der Therapeut von nebenan" (Apple)
Dubioses Arzt-Patienten-Verhältnis: "Der Therapeut von nebenan" (© Apple)

Bei AppleTV+ startet am 12. November die ebenfalls von wahren Begebenheiten inspirierte schwarze Komödie „Der Therapeut von nebenan“ über ein aus dem Ruder laufendes Arzt-Patienten-Verhältnis. Ein Psychiater (Paul Rudd) betreut einen New Yorker Patienten (Will Ferrell), der sich, seit der den Familienbetrieb von seinem Vater übernommen hat, latent überfordert fühlt und mit Panikattacken und mangelndem Selbstbewusstsein ringt – woraus ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht, dass der vermeintlich hilfreiche Seelenarzt bald schamlos ausnutzt.


Engel und Teufel: „Snow Angels“ & Hellbound

Bei der ARD startet am 20. November die skandinavische Krimi-Serie „Snow Angels“. In einem ärmlichen Randgebiet von Stockholm meldet eine junge Mutter mit Drogen-Problemen ihr fünf Wochen altes Kind als verschwunden; zunächst glaubt sie, der ebenfalls vermisste Vater hätte das Baby bei sich. Doch als der ohne das Kind wieder auftaucht, wächst der Verdacht, dass etwas Schreckliches geschehen sein könnte. Eine Polizistin, die gerade eine Auszeit hinter sich hat, weil sie sich um ihren kranken Mann kümmerte, übernimmt die Ermittlungen; außerdem scheint auch eine Krankenschwester mit den Ereignissen in Zusammenhang zu stehen. Um diese drei Frauen entwickelt die Serie den Stoff zwischen Sozialdrama und Kriminalstück, wobei neben äußeren Wendungen eine vielschichte Auseinandersetzung mit dem Rollenbild weiblicher Fürsorge im Zentrum steht.

Höllischer geht es dagegen in der Serie „Hellbound“ zu, mit der Netflix nach „Squid Game“ ein neues Projekt aus Südkorea auf die Bildschirme bringt; Regie führte Yeon Sang-ho, den schon „Soul Station“ und „Train to Busan“ inszenierte. Aus heiterem Himmel scheint das jüngste Gericht über Seoul hereinzubrechen; mysteriöse „Vollstrecker“ suchen angebliche Sünder heim. Die Angst, die das auslöst, verhilft der dubiosen religiösen Vereinigung „Neue Wahrheit“ zur Macht, die in den Ereignissen den göttlichen Willen zu erkennen glaubt und ihrerseits bald Jagd auf angebliche Gottlose macht. Doch es regt sich auch Widerstand durch Menschen, die die fundamentalistische religiöse Deutung der Vorgänge anzweifeln und herausfinden wollen, wer oder was die Vollstrecker wirklich sind.

Skandinavische Krimi-Serie: "Snow Angels" (SVT 2020/Johan Paulin)
Skandinavische Krimi-Serie: "Snow Angels" (© SVT 2020/Johan Paulin)

Wichtige Serien-Neustarts im November 2021


4. November

Dr. Brain (AppleTV+)


5. November

Der unwahrscheinliche Mörder (Netflix)


6. November

Warten auf’n Bus – Staffel 2 (ARD Mediathek; ab 13.11. bei rbb Fernsehen)


7. November

Furia (ZDF Mediathek)


12. November

Der Therapeut von nebenan (Apple TV+)

Dopesick (Disney+)


13.November

Cryptid (ZDF Mediathek)


19. November

Das Rad der Zeit (Amazon Prime)

Hellbound (Netflix)

Cowboy Bebop (Netflix)

Alex Rider (ZDF Mediathek)

Diener des Volkes

(arte Mediathek)

Eine neue Fantasy-Serie nach dem Roman-Zyklus von : "Das Rad der Zeit" (Sony)
Eine neue Fantasy-Serie nach dem Roman-Zyklus von Robert Jordan: "Das Rad der Zeit" (© Sony)

20. November

Snow Angels (One, ab 21.11. in der ARD Mediathek)

Westwall (ZDF Mediathek, ab 27.11.2021 ZDF)


23. November

Masters of the Universe: Revelation – Teil 2 (Netflix)


24. November

Hawkeye (Disney+)


25. November

Ein Hauch von Amerika (ARD Mediathek, ab 1.12. bei Das Erste)

The Beatles: Get Back (Disney+)

Nona und ihre Töchter (arte)


30. November

Faking Hitler (RTL+)

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