© Juri Klimenko („Die große weite Welt erkennen“ von Kira Muratowa)

Frauen, Arbeit, Film – Das 3. „Remake“-Festival

Freitag, 05.11.2021

Das 3. „Remake“- Festival in Frankfurt (23.-28.11.2021) dreht sich um das Verhältnis von Frauen, Arbeit und Film

Diskussion

Das 3. „Remake“ -Filmfestival, die von der Kinothek Asta Nielsen veranstalteten „Frankfurter Frauen Film Tage“, findet vom 23. bis 28. November 2021 unter dem Motto „…weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film“ statt.


Das 3.Remake-Filmfestival, das im Untertitel „Frankfurter Frauen Film Tage“ heißt und von der Kinothek Asta Nielsen e.V. veranstaltet wird, findet vom 23. bis 28. November 2021 statt. Sein Titel „…weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film“ benennt das Schwerpunktthema der dritten Festivalausgabe.

Auffälligerweise fällt die Erfindung des Films mit dem Aufkommen von Fließband und einer durchrationalisierten Arbeitsweise zusammen; einer der ersten Filme zeigt arbeitende Menschen beim Verlassen der Lumière-Fabrik; Étienne-Jules Marey bannte arbeitende Körper auf die Fotoplatte, um den physiologischen Arbeitsprozess analysieren und produktiver machen zu können.

Das Kino war aber von Beginn an auch ein Ort des Einspruchs gegen die Arbeits- und Klassengesellschaft. In dieser Tradition einer widerständigen Kraft stehen in den „Remake“-Programmen Filme über die vielfältigen Formen von Frauenarbeit im Mittelpunkt, ob in Küche und Haushalt, Fabriken und Büros, auf dem Filmset, im Dorf oder hinter der Ladentheke. In der Reihe „A women’s work is never done“ rücken vor allem Aspekte der Sorge- und Hausarbeit ins Zentrum, in „Geschichte der Arbeit – Arbeit der Geschichte“ reflektieren Arbeiterinnen ihr Leben, „Klassenkampf Cinéma (weltweit)“ seziert das Herrschaftsgefälle der Filmwelt, in „Liebe – Arbeit: Durchkreuzungen“ geht es um Kira Muratowas Baustellen-Film „Die große weite Welt erkennen“ und andere „working girl“-Filme.

Außerdem setzt „Remake 3“ die Würdigung der Geschichte von Frauenfilmfestivals fort, diesmal mit einem Rückblick auf die „Feminale“ in Köln und die „femme totale“ aus Dortmund. Und die Personale „Ungenierte Unterhaltung – Frieda Grafe. Filmkritikerin“ erinnert an die bedeutende Autorin der bundesdeutschen Kino- und internationalen Filmgeschichte.

Das Remake-Festival hat sich der Wiederentdeckung und Neuaufführung von Filmen aus der Geschichte im Kontext aktueller Filme verschrieben. Ausgehend von Themenschwerpunkten entfaltet sich der Blick zurück als eine Mischung aus Festival und Symposium. Im Programm verflechten sich unterschiedliche Epochen und Genres. Im Fokus stehen dabei vorrangig Frauen, Geschlechterverhältnisse, Emanzipation und ein anderer Blick auf die Gesellschaft, auf Phänomene wie Migration, Kolonialismus, Rassismus.

Die Wiederaufführung restaurierter Filme und eine Begleitpublikation mit historischen wie neu verfassten Texten, Gesprächen und vielen Materialien dienen der Nachhaltigkeit des Festivals.

Das Programm und weitere Hinweise finden sich auf der Website von „Remake – Frankfurter Frauen Film Tage“.

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