© X-Verleih (aus „Flitzer“)

Schweizer Komödien: „Flitzer“ & „Amur senza fin“ (3sat)

Mittwoch, 17.11.2021

1.12., 22.30-01.35, 3sat (ERSTAUSSTRAHLUNG)

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Während Österreich keine Probleme hat, seinen als landestypisch geltenden Humor auch in Deutschland erfolgreich zu vermarkten, sieht es bei der Schweiz ganz anders aus. Hier registriert die Außenwahrnehmung allenfalls ab und an unter den Eidgenossen höchst erfolgreiche Komödien, die von Rolf Lyssys Die Schweizermacher und Yves Yersins Kleine Fluchten bis zu Bettina Oberlis Die Herbstzeitlosen aber eher regionale Humor-Vorstellungen zu bedienen scheinen. Das ist auch bei den beiden Komödien, die 3sat heute als deutsche Fernsehpremieren zeigt, nicht unbedingt anders, dennoch lohnen sich die beiden Filme durch ihr Tempo und ihren Witz durchaus auch für hiesige Zuschauer.

Mit „Flitzer“ (22.30-00.05) setzten Regisseur Peter Luisi und Drehbuchautor und Hauptdarsteller Beat Schlatter ihre erprobte Zusammenarbeit fort. Schlatter spielt einen biederen Deutschlehrer an einem Schweizer Gymnasium, der davon träumt, ein Museum für seinen Lieblingsautor Gottfried Keller auf den Weg zu bringen. Zwar kann er Geld für das Unterfangen sammeln, doch als das Projekt durch unglückliche Umstände scheitert und er Schulden macht, lässt er sich auf das dubiose Geschäft mit Sportwetten ein. In größter Not wird er schließlich höchst erfinderisch, indem er den Einsatz von „Flitzern“ – Nackten, die während eines Fußballspiels über den Rasen stürmen – als Mittel begreift, Wetten zu platzieren.

Während Luisis Film eine turbulente, vor schrägen Einfällen überbordende Komödie mit köstlichen Slapstick-Elementen ist, erzählt „Amur senza fin“ (00.05-01.35) von Christoph Schaub eine sanftere, detailfreudige Dorf- und Beziehungsgeschichte. Da beim Ehepaar Mona (Rebecca Indermaur) und Gieri (Bruno Cathomas) aus einem Dorf in den Bündner Bergen nach zwanzig Jahren Routine eingezogen ist, wendet sich die Frau an den neuen, aus Indien stammenden Gemeindepfarrer. Dieser empfiehlt ihr unorthodoxe Methoden der Liebeskunst, die allerdings erst mal nicht zur Anwendung kommen, als die Frau eine Affäre ihres Mannes entdeckt. Während sie sich in der alten Kaffeestube des Dorfes selbstverwirklichen will, wenden sich auch andere Frauen an den Pfarrer. Die auf rätoromanisch gedrehte Komödie zeichnet sich durch fein gezeichnete Hauptfiguren und flotte Inszenierung aus. Sympathisch wird ein Aufbruch beschworen, gegen den konservative Kräfte machtlos sind. – Ab 14.

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