© 2021 Sony Pictures Entertainment (aus "A Very British Scandal")

Serien im Januar 2022

Mittwoch, 12.01.2022

Neustarts bei Streamingdiensten & Mediatheken

Diskussion

Der Januar beschert Serienfans interessante Crime-Stoffe, etwa die schwarzkomödiantische Serie „The Afterparty“ oder Staffel 2 von „Der Pass“. Mit „A Very British Scandal“ wird ein Skandal aus britischen Adelskreisen in den frühen 1960er-Jahren aufgekocht, und in der Endzeit-Serie „Station Eleven“ kämpfen Überlebende mit Shakespeare gegen die Postapokalypse-Tristesse. Ein Überblick über spannende Neustarts.


Bei den Namen Chris Miller und Phil Lord werden vor allem Animationsfilm-Fans hellhörig: Die beiden haben als Regisseure, Autoren und/oder Produzenten Werke wie „The Lego Movie“, den „Oscar“-gekrönten „Spider-Man: A New Universe“ und „Die Mitchells gegen die Maschinen“ geschaffen. Für AppleTV+ hat das kreative Gespann nun eine Realfilm-Serie auf die Beine gestellt: „The Afterparty“ ist ein komödiantisch angelegtes „Murder Mystery“ rund um ein Fähnlein von Figuren, die anlässlich einer High-School-Reunion zu einer Party zusammenkommen, bei der dann dummerweise der selbstverliebte Jahrgangs-Star ermordet wird und die Gäste auf der Verdächtigen-Liste einer toughen Polizistin landen. Die Folgen sind jeweils aus unterschiedlichen Figurenperspektiven erzählt, was sich auch in unterschiedlichen visuellen Stilen und Genre-Anleihen spiegeln soll. Lord und Miller haben die Serie mitgeschrieben und als Executive Producers auf die Beine gestellt, Miller fungiert außerdem auch als Regisseur. Die Serie startet am 28. Januar.


Einer muss der Mörder sein: "The Afterparty" (© AppleTV+)
Einer muss der Mörder sein: "The Afterparty" (© AppleTV+)

Kristen Bell als unzuverlässige Mord-Zeugin und andere Crime-Stoffe

Noch mehr schwarzkomödiantisch angehauchte Krimi-Unterhaltung hat im Januar Netflix zu bieten: Kristen Bell, die sich Serienfans mit „Veronica Mars“ und „The Good Place“ wärmstens empfohlen hat, spielt die Hauptrolle in einer Serie mit dem schön umständlichen Titel „The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window“, die in „Das Fenster zum Hof“-Fußstapfen tritt: Eine Frau, die sich seit einem großen Verlust mit viel Wein in ihrer Wohnung vergräbt und an der Welt nur noch durchs Fenster Anteil nimmt, glaubt mit einem feschen Nachbarn einen Lichtblick vor der Nase zu haben – bis sie einen Mord beobachtet. Oder zumindest meint, ihn beobachtet zu haben, denn wegen ihrer erkennbar angeschlagenen Psyche und weil es keine handfesten Beweise dafür gibt, dass ein Verbrechen stattgefunden hat, will ihr niemand glauben.


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Crime-Stoffe sind auch bei anderen Streamingdiensten ein wichtiges Thema im Serien-Januar. Bei Sky ist ab 21.1. Staffel 2 von „Der Pass“ zu sehen, einer der besten deutschsprachigen Krimiserien der letzten Jahre. Julia Jentsch und Nicholas Ofzcarek treffen darin als deutsch-österreichisches Ermittlerteam im alpinen Grenzgebiet nach ihrer Jagd auf den „Krampus-Killer“ erneut aufeinander – beide noch seelisch beziehungsweise körperlich gezeichnet von den Erlebnissen in Staffel 1. „Die zweite Staffel wird an die Vision und Kraft der ersten anknüpfen, aber auch entschieden anders sein“, verspricht Executive Producer Quirin Schmidt.


Kristen Bell in "The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window" (© Colleen E. Hayes/Netflix)
Kristen Bell in "The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window" (© Colleen E. Hayes/Netflix)

Auch arte wartet mit einem vielversprechenden Suspense-Serienstoff auf: „Vigil – Tod auf hoher See“, eine BBC-Produktion, besticht mit einem ungewöhnlichen Mordschauplatz: An Bord eines britischen Atom-U-Boots wird ein Besatzungsmitglied tot aufgefunden – angeblich war es eine Überdosis Drogen, aber die ermittelnde Kommissarin aus Glasgow, die an Bord geschickt wird, findet Hinweise darauf, dass Fremdeinwirkung im Spiel war. Zugleich beginnt eine Kollegin von ihr, Spuren an Land nachzugehen. Der Beginn eines Falls, der sich bald als politisch äußerst heikel entpuppt. Arte zeigt die Serie ab 13.1. in seinem TV-Programm sowie in der Mediathek.


Der Skandal um die „Dirty Duchess“ als Miniserie

Ums genüssliche Waschen schmutziger High-Society-Wäsche geht es dagegen in dem britischen Mehrteiler „A Very British Scandal“. Wem der Titel bekannt vorkommt: Die Serie firmiert als (thematisch unabhängige) Fortsetzung der Miniserie „A Very English Scandal“, die sich 2018 einen realen (Medien-)Skandal aus den 1970er-Jahren in fiktionalisierter Form vornahm. Die neue Staffel kreist nun um eine ebenfalls auf Tatsachen beruhende Affäre aus den frühen 1960er-Jahren, und zwar um die Scheidung der Ehe zwischen Herzogin Margaret Campbell, und ihrem Mann Ian Campbell, Duke of Argyll, sowie um den sie begleitenden, aufsehenerregenden Gerichtsprozess. Zwar ist das kongeniale Kreativ-Duo, das „A Very English Scandal“ verantwortete – Stephen Frears (Regie) und Russell T. Davies (Buch) – diesmal nicht mit an Bord. Doch in Sarah Phelps, die schon bei den „EastEnders“ mitgeschrieben hat und zuletzt u.a. Agatha-Christie-Mehrteiler wie „Die Morde des Herrn ABC“ und „Und dann gab’s keines mehr“ schuf, hat auch die Fortsetzung eine versierte Showrunnerin. MagentaTV zeigt die Serie seit 3. Januar.


Claire Foy und Paul Bettany in "A Very British Scandal" (© 2021 Sony Pictures Entertainment)
Claire Foy und Paul Bettany in "A Very British Scandal" (© 2021 Sony Pictures Entertainment)

Noch mehr Gutes aus Großbritannien gibt es bei Netflix: Mit Staffel 3 geht ab 13. Januar die tragikomische Serie „After Life“ in ihr Finale. Star-Komiker Ricky Gervais, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern die Serie auch geschrieben und inszeniert hat, verkörpert darin kongenial einen Mann, dessen Frau verstorben ist und den dieser Verlust gründlich aus der Bahn geworfen hat. Geplagt von seelischen Schmerzen, die er immer wieder wie an einen Blitzableiter an seinem Umfeld abreagiert, verschanzt er sich in einem Panzer aus Bitterkeit – in den dann doch das Leben und die Lust daran langsam, aber sicher hinterrücks wieder hineinkrabbeln.


Neue Animationsserien: „The House“ und „Marvel’s Hit-Monkey“

Ebenfalls bei Netflix zu entdecken gibt es ein ungewöhnliches Animationsprojekt: „The House“ richtet sich an ein erwachsenes Publikum und rollt als Puppenanimation mit dem Charme des Handgemachten in Form einer skurril-gruseligen Anthologie die Geschichte eines kuriosen Hauses und seiner unterschiedlichen Bewohner zu unterschiedlichen Zeiten auf.

Eine weitere Animationsserie startet bei Disney+: Nach „What, if…“ läuft mit „Marvel’s Hit-Monkey“ eine neue animierte Serie nach einem Stoff des Comic-Giganten an, diesmal aber ohne inhaltlichen Zusammenhang zum „Marvel Cinematic Universe“ rund um die Avengers. Die Titelfigur, die aus einem 2010 erstmals erschienenen Comic stammt, ist eine der herrlich schrägen Erfindungen, für die man Marvel so gerne hat: ein japanischer Schnee-Affe schaut sich von einem Killer, der seinerseits ins Visier mörderischer Gegner geraten ist und sich in die Wildnis geflohen hat, dessen blutiges Handwerk ab.


"The House" (© Netflix)
"The House" (© Netflix)

Die Postapokalypse mal anders: „Station Eleven“

Einen vielversprechenden neuen Serienstoff hat schließlich auch Starzplay im Januar zu bieten: Mit „Station Eleven“ startet eine Endzeit-Serie, die das Thema des Zivilisationszusammenbruchs nach einer globalen Katastrophe – sonst eine Steilvorlage für grimmige Stoffe à la „The Walking Dead“ – mal nicht von der düsteren, sondern von der menschenfreundlichen Seite angeht: Nachdem eine Schweinegrippe-Pandemie 99 Prozent der Weltbevölkerung dahingerafft hat, versuchen die Überlebenden, um die die Serie kreist, von ihrer Kultur zu retten, was zu retten ist. Im Zentrum steht eine junge Frau (Mackenzie Davis), die mit einer Theatertruppe über den Kontinent zieht, um für die wenigen Menschen das Erbe Shakespeares lebendig zu halten. Als Showrunner hinter der Serie steht Autor Patrick Somerville, der sich bereits mit seiner Netflix-Serie „Maniac“ einen guten Namen gemacht hat.




Serien im Januar im Überblick

1. Januar

A Very British Scandal (MagentaTV)

Emergency Room – Staffel 1-15 (Amazon Prime)

Pushing Daisies – Staffel 1 & 2 (Amazon Prime)

Plan Coeur – Der Liebesplan – Staffel 3 (Netflix)


3. Januar

Atlantic Crossing (NDR & in der ARD-Mediathek)


6. Januar

Versteckt im hohen Gras (ab 21.50 bei arte & seit 30.12. in der arte-Mediathek)

Vigil– Tod auf hoher See (arte-Mediathek & ab 13.1., 21.40 auf arte)


Ein Mord in einem Atom-u-Boot: "Vigil - Tod auf hoher See" (© World Productions)
Ein Mord in einem Atom-U-Boot: "Vigil - Tod auf hoher See" (© World Productions)

14. Januar

After Life – Staffel 3 (Netflix)

The House (Netflix)

Archive 81 (Netflix)


15. Januar

The Office (US-Version; Netflix)

The Promised Neverland (Anime; Amazon Prime)


19. Januar

Queens (Disney+)


21. Januar

Ozark – Staffel 3 (Netflix)

Der Pass – Staffel 2 (Sky)

Para –Wir sind King (Amazon Prime)

As We See It– ungewöhnlich normal (Amazon Prime)


Deutsche serie um (Möchtegern-)Gangster-Girls: "Para - Wir sind King" (
Deutsche serie um (Möchtegern-)Gangster-Girls: "Para - Wir sind King" (© 2020 Turner Broadcasting System Europe Limited)

25. Januar

Snowpiercer – Staffel 3 (Netflix)

Das Begräbnis (ARD-Mediathek & ab 22.50 im Ersten)


26. Januar

The Sinner - Staffel 4: Percy (Netflix)

Marvel’s Hit-Monkey (Disney+)


27. Januar

Das Seil (arte)


28. Januar

The Afterparty (AppleTV+)

The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window (Netflix)


30.1.

Station Eleven (Starzplay)

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