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Mademoiselle Populaire (mdr)

Samstag, 07.05.2022

16.5., 23.10.-00.55, mdr

Diskussion

Eine junge Französin (Déborah François) bewirbt sich in den 1950er-Jahre als Sekretärin und wird als Schnellschreibtalent erkannt. Ihr neuer Chef (Roman Duris) macht es sich zur Aufgabe, sie darin zu trainieren. Das Tippen war vor allem ein körperlicher Akt im Dialog mit der Maschine, vom Einsetzen des Papiers in der Walze über das rhythmische Hämmern auf den Tasten bis hin zur schwungvollen Betätigung des Zeilenschalthebels. In einer Szene wird dieses tänzerische Zusammenspiel aus Ratsch- , Klack- und Klingelgeräuschen sogar musikalisch gefeiert, mit dem Song „Le tscha-tscha de la secrétaire“.

„Mademoiselle Populaire“ von Régis Roinsard ist ein charmanter Film, der das schlichte Handlungsmuster „Sekretärin und Chef verlieben sich“ aufgreift und mit Anleihen aus dem Sportfilm um Coaching und Aufstieg komödiantisch auf das Feld des Schreibmaschineschreibens überträgt. Da es dabei auch um die Veränderungen von Rollenbildern geht, besitzt der Film erzählerischer Substanz, auch wenn er solches eher nur beschwingt anreißt.

Von den konservativen Sehnsüchten, die filmischen Rekursen auf die 1950er-Jahre oftmals zu eigen sind, grenzt sich „Mademoiselle Populaire“ entschieden ab; die historische Komplexität etwa der in der gleichen Zeit spielenden „Mad Men“-Serie liegt in diesem tänzerischen Sekretärinnen-Cha-Cha-Cha jedoch ebenso weit entfernt. – Ab 14.

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