© imago/APress (Volker Schlöndorff)

Volker Schlöndorff - Ein Leben für das Kino

Sonntag, 15.05.2022

Ein Porträt des umtriebigen deutschen Filmemachers - bis 13.7. in der arte-Mediathek

Diskussion

Volker Schlöndorff hat sich sein Leben lang mit Identitätsfragen auseinandergesetzt: Wie baut man, fern des eigenen Landes, eine "nationale Identität" auf? Wann und warum fühlt man sich einem Land zugehörig? Holt einen die eigene Herkunft, nach besten Kräften geleugnet, zwangsläufig wieder ein?

Der Filmemacher gehört zu jener Generation junger Deutscher, die mit den ererbten Schuldgefühlen der NS-Zeit aufwuchs und die Elterngeneration als Mittäter verabscheute, die zu jeglicher Selbstkritik unfähig schien. Seine Schulzeit in Frankreich und das Studium in Paris wirkte wie eine Flucht vor der eigenen Staatsangehörigkeit. Schlöndorff wollte "französischer werden als die Franzosen" – der Erfolg führte ihn schließlich sogar bis nach Hollywood.

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Nur wenige Künstler haben die Geschichte ihres eigenen Lands so eingehend beleuchtet wie er, haben dessen Schattenseiten erforscht, nach dem Ursprung des Bösen gesucht und die fehlenden Kapitel der zeitgenössischen Geschichte mit den Mitteln der Fiktion so treffend dokumentiert. Volker Schlöndorff ist das schlechte Gewissen Deutschlands – und machte seine Werke mit diesem kritischen Ansatz zu Oden an seine Heimat.

Seine Filme zeugen davon, dass er mühsam lernen musste, seine Gefühle auszudrücken. Das Porträt von Pierre-Henri Gilbert erzählt die Geschichte dieser einzigartigen Existenz mit all ihren historischen, persönlichen und künstlerischen Facetten. Schlöndorffs ungewöhnlicher Werdegang verschmilzt mit den Ambitionen des jungen Europas, für das er einsteht wie kaum ein anderer. Europa ist für ihn politisches Risiko und Selbstverwirklichung zugleich. - Ab 14.

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