© arte/Final Cut for Real/Sun Creature/Vivement Lundi! 2020

Flee

Dienstag, 31.05.2022

Animierter Dokumentarfilm über die Flucht eines Afghanen nach Dänemark - bis 28.7. in der arte-Mediathek

Diskussion

Mit einer innovativen Mischung aus Animation und Lebensbeichte verschiebt der Film „Flee“ von Jonas Poher Rasmussen die Grenzen des hybriden Dokumentarfilms und erzählt eine emotional aufwühlende Geschichte über einen Jungen aus Afghanistan, der 1990 mit seiner Familie vor den Mudschaheddin floh. Heute ist Amin ein anerkannter Wissenschaftler, der in Dänemark lebt und bald seinen Lebensgefährten heiraten will. Doch immer wieder verschiebt Amin diesen Termin wegen dringender Forschungsarbeiten im Ausland – und ist dann wie von der Bildfläche verschwunden.

Das hat damit zu tun, dass Amin nie über seine Herkunft sprechen will, nicht einmal mit seinem Jugendfreund, dem Dokumentarfilmer Jonas Poher Rasmussen. Die beiden lernten sich kennen, als Amin als 16-Jähriger in Rasmussens Dorf kam. 20 Jahre nach ihrer ersten Begegnung steht Amin an einem Wendepunkt. Er verspürt das Bedürfnis, sich seiner Geschichte zu stellen und sie mitzuteilen.

Während Amin sich erinnert, folgt der Film der Familie auf ihrer Flucht und bei der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit. Parallel zu den Rückblicken auf die traumatische Vergangenheit zeigt der Film, wie Amin gegen sein mangelndes Vertrauen in die Mitmenschen ankämpft – und gegen die Angst, dass seine ständige Flucht und die Unfähigkeit, Wurzeln zu schlagen, alles zerstören könnten.

Der Film illustriert dies mit Hilfe von Animationen und schafft so ein bewegendes Fresko aus Bildern und Erinnerungen. Auf diese Weise entfaltet er das Schicksal eines jungen Mannes, der mit den Traumata der Vergangenheit kämpft und verstehen will, wer er wirklich ist, um seinen langjährigen Gefährten endlich in sein Leben zu lassen. – Sehenswert ab 14.

Filmdetails Zum Streaming
Kommentar verfassen

Kommentieren