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Leben im Fuchun-Gebirge

Freitag, 24.06.2022

Episches chinesisches Drama über eine Familie im Umbruch - bis 22.7. in der arte-Mediathek

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Der 1988 geborene chinesische Filmemacher Gu Xiaogang ist eigentlich Kostümdesigner, legte mit seinem Spielfilmdebüt jedoch eine beachtlich selbstsichere und versierte Arbeit vor, die neugierig auf seine angekündigten weiteren Projekte macht. Gu siedelt den Film in seiner Heimat in den Fuchun-Bergen an, wo er über den Verlauf von zwei Jahren mit Laiendarstellern die Geschichte einer Familie drehte, die an ähnliche epische Werke von Edward Yang oder Hou Hsiao-hsien erinnert. Die Matriarchin einer chinesischen Familie erleidet einen Herzinfarkt und ist zunehmend dement. Ihre vier Söhne Youfu, Youhong, Youjin und Youlu ringen allerdings mit je eigenen Problemen, sodass sie die Versorgung der pflegebedürftigen Mutter gern von sich abschieben würden. Währenddessen bemüht sich die jüngste Generation um ihre Emanzipation von den Eltern.

In dem ausgezeichnet inszenierten Drama über eine Familie im Umbruch bestimmt der Fluss der Jahreszeiten den getragenen Rhythmus und greift ohne zugespitzte Dramatisierung eine Fülle von gesellschaftlichen Problemlagen iun China auf. Von eindrücklichen Naturbildern gerahmt, wirft der Film einen melancholischen, aber nicht hoffnungsfreien Blick auf Alltag und Umwälzungen innerhalb einer Großfamilie. – Sehenswert ab 16.

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