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Charles und Lucie

Donnerstag, 04.08.2022

Satirische Komödie um ein verarmtes älteres Ehepaar, das auf eine Erbschaft hofft und in Südfrankreich strandet - bis 31.8. in der arte-Mediathek

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Das ältere Ehepaar Lucie (Ginette Garcin) und Charles (Daniel Ceccaldi) lebt in der Pariser Banlieue nicht gerade unter rosigen Umständen; die beiden sind ständig finanziell klamm und schlagen sich gerade so durch. Die schwierigen Lebensumstände haben auch ihre Dynamik als Liebespaar nicht unberührt gelassen; die Romantik ist längst der Bitterkeit gewichen. Einziger Hoffnungsschimmer: doch noch irgendwie an Geld kommen, z.B. mit einem Lottogewinn. Dann scheint tatsächlich ein Wunder zu passieren: Lucie bekommt Besuch von einem Notariatsangestellten, der ihr weißmacht, sie hätte geerbt. Als sie sich mit Charles Richtung Marseilles aufmacht, um das Erbe anzutreten, stellt sich allerdings bald heraus, dass sie einem Betrüger aufgesessen ist. Nun sitzen die beiden in Südfrankreich, mittellos. Aber immerhin: es kommt wieder Bewegung in ihr Leben…

Der Film ist eine 1979 entstandene Arbeit der 2020 an Corona verstorbenen argentinisch-französischen Schriftstellerin und Regisseurin Nelly Kaplan, die einst bei Großmeister Abel Gance ihr Handwerk lernte und dann Ende der 1960er international von sich reden machte, als sie mit ihrem Spielfilmdebüt „La fiancée du pirate“ (in Deutschland damals unter dem dümmlichen Titel „Moneten fürs Kätzchen“ gestartet) beim Filmfestival in Venedig reüssierte und damit neben Agnès Varda zu einer Ikone des feministischen Kinos in Frankreich wurde. Wie dieser Kultfilm zeugt auch „Charles und Lucie“ anschaulich vom satirisch-ironischen Humor Kaplans.

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