© Alpenrepublik (Haitham Omari, Stefan Sarazin, Luzer Twersky, v.l.)

Wahrheiten aus der Wüste Sinai

Freitag, 05.08.2022

Interview mit den Filmemachern Stefan Sarazin und Peter Keller über die Produktionsgeschichte ihrer „göttlichen“ Komödie „Nicht ganz koscher“

Diskussion

Fünfzehn lange Jahre braucht die „göttliche“ Komödie „Nicht ganz koscher“ von der ersten Idee bis zur Aufführung in den deutschsprachigen Kinos, was auch für ein eigenwilliges Independent-Projekt ungewöhnlich lang ist. Doch alle Sackgassen und die vielen Umwege entpuppt sich für die Filmemacher Peter Keller und Stefan Sarazin im Rückblick als Gunst des Schicksals, die den Kern ihrer märchenhaften Geschichte einer Verständigung über kulturellen Grenzen hinweg immer klarer hervortreten ließ.


Wie kamen Sie auf die Idee, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?

Stefan Sarazin: Ich hatte in den 1990er-Jahren ein Faible für al-Andalus und die Lehren von Ibn Ruschd und auch sonst nie verstanden, warum man sich wegen dem einen Gott die Köpfe einschlägt. Denn entweder ist „ER“ „der Eine“ – oder er ist „der Keine“. Als dann mein erster Kinofilm „Nitschewo“ (2001), ein Melodram, kommerziell total floppte, zog ich mich in den Sinai zurück. Dort befreundete ich mich mit einem Beduinen namens Adel, den ich über die Jahre immer wieder besuchte, und der eine ungewöhnlich milde Einstellung gegenüber Israel und den Juden hatte. Das reizte mich, darüber etwas zu schreiben, und zwar eine Komödie, die das Leben feiert, also so ziemlich das Gegenteil meines vorigen Films. Lange Zeit blieb das so eine Art „Alexis Sorbas“-Story zwischen einem Beduinen und einem weltfremden US-amerikanischen Juden, die allerdings nie so recht vom Fleck kam, auch dann nicht, als ich aus dem New Yorker Juden einen Ultraorthodoxen machte.

Als ich im Jahr 2006 von einer Reise nach Alexandria zurückkehrte und einer Freundin, mit der ich mich schon öfters über diese Geschichte ausgetauscht hatte, von meinem Besuch in der dortigen Synagoge erzählte und dass dort nur noch eine Handvoll Gemeindemitglieder übrig waren, die keinen Gottesdienst mehr feiern konnten, kam dann endlich Bewegung in die Geschichte. Die Freundin, sie heißt Freyja Weinert, gepriesen sei ihr Name, hatte kurz darauf nämlich eine „göttliche“ Eingebung, indem sie meinte, „mein Jude“ könnte doch als der fehlende zehnte Mann durch die Wüste nach Alexandria fahren. Das war die entscheidende Wendung, auf der die Geschichte in „Nicht ganz koscher“ dann basierte, die ich mit Peter Keller dann zu einem Drehbuch formte.

Luzer Twerksy (l.) und Haitham Omari in "Nicht ganz koscher" (Alpenrepublik)
Luzer Twersky (l.) und Haitham Omari in "Nicht ganz koscher" (© Alpenrepublik)

Wie fing die Faszination für diese Region bei Ihnen an?

Stefan Sarazin: Ich kannte die Gegend aus meiner Filmhochschulzeit, als ich 1991 einen Werbespot für Mercedes in der Wüste Negev drehte. Die Hauptrolle spielten damals schon neben einem klapprigen Benz ein Beduine und ein Kamel.

Von der Idee bis zum Film dauerte es über 15 Jahre. Welche Schwierigkeiten gab es bei der Projektentwicklung und beim Dreh? Sie haben ja bereits 2011 den Deutschen Filmpreis für das Drehbuch bekommen. Warum dauerte es danach noch so lange, bis der Film schließlich entstand?

Peter Keller: Dem Schreiben des eigentlichen Drehbuchs ging eine mehrjährige Recherche in Ägypten, Israel und New York voraus. Für das eigentliche Ausschreiben des Drehbuchs auf der Basis unseres schon sehr detaillierten Treatments hatten wir uns für am Ende 40 „biblische“ Tage in die Sinai-Wüste zurückgezogen, bekocht von unserem einzigen Begleiter, dem jungen Beduinen Achmed. Mit seinem Kamel Sudani natürlich.

Wir hatten die Absicht, den Film auch an den Spielorten der Geschichte zu realisieren, wo wir uns mittlerweile ziemlich zuhause fühlten: in der Wüste Sinai, in Alexandria und Jerusalem. Allerdings war mit der Abdankung von Mubarak, verrückterweise exakt am Tag der Verleihung des Drehbuchpreises, klar, dass sich in Ägypten schlagartig alles ändern würde. Wir wussten nicht, wohin Ägypten driften würde. Der damals gerade beginnende „Arabische Frühling“ stellte ja den gesamten Nahen Osten auf den Kopf, mit Umwälzungen und neuen Unsicherheiten und dem völlig unübersichtlichen Krieg in Syrien. Das hat letztlich dazu geführt, dass wir uns schweren Herzens nach anderen Drehorten umschauen mussten. Mit dem Wadi Rum in Jordanien, das dem Sinai unserer Geschichte extrem ähnelt, sind wir dann aber sehr glücklich geworden. Allerdings hat es wieder Zeit gekostet, das Wadi Rum zu erkunden und die dortigen Beduinen kennenzulernen und für unser Vorhaben zu begeistern.

Stefan Sarazin: Für die Umsetzung hatten wir eine klare Vision, insbesondere was Haltung und Ton des Films betrifft. Dafür mussten wir die richtigen Partner finden. Das war ein Prozess. Es gibt in der Filmbranche sehr viele Player, die alle ihre eigenen Interessen verflogen. Wir fühlten uns aber nur unserer Geschichte verpflichtet. Unsere Ablehnung mancher potenzieller Partner hat einige sicher vor den Kopf gestoßen. Das hat uns den Ruf als „stur“ oder „schwierig“ eingebracht.

Peter Keller: Als wir mit Fritjof Hohagen und seiner Produktionsfirma Enigma Film endlich eine vielversprechende Aufstellung hatten, begannen die Probleme mit der Besetzung. Wir hatten zunächst für beide Rollen nicht ganz unbekannte Darsteller erwogen, die sich aber nicht festlegen wollten. Deshalb mussten wir dann zweimal die Reißleine ziehen, was erneut Zeit gekostet hat.

Wie haben Sie sich auf diesen Film vorbereitet?

Peter Keller: Die Zeit der Drehbuchentwicklung war für uns ein kleines Studium der Judaistik und Islamwissenschaften. Neben dem Verschlingen einer mittelgroßen Bibliothek haben wir aber immer den direkten Kontakt gesucht.

Stefan Sarazin: Wir waren in der jüdischen Gemeinde von Alexandria, bei verschiedenen Beduinenstämmen im Sinai, in ultraorthodoxen Gemeinden in Mea Shearim in Jerusalem und in New York.

Peter Keller: Wir auf jeder Entwicklungsstufe des Drehbuchs die Expertise vor allem von chassidisch-jüdischer Seite eingeholt, von Rabbis und Religionswissenschaftlern, um unsere Geschichte auf Herz und Nieren prüfen zu lassen.

Haitham Omari, Luzer Twersky bei den den Dreharbeiten (NNR/Holger Jungnickel)
Haitham Omari, Luzer Twersky bei den Dreharbeiten (© NNR/Holger Jungnickel)

Wie war das Casting? Wie haben Sie ihre beiden Protagonisten gefunden?

Stefan Sarazin: Auch das ist eine lange Geschichte mit vielen Kapiteln! Wir hatten viel Pech, was uns fast verzweifeln ließ. Im April 2018 hatten wir immer noch – oder wieder mal – keinen Ben; da war der Alexandria-Teil aber schon gedreht! Wir sind dann kurzentschlossen nach New York geflogen, wieder mal billigst mit Wohnungstausch und Privatzimmer, denn wenn wir dort nicht fündig würden, wo sonst? Über einen Tipp sind wir auf die Dokumentation „One of Us“ (2017) über drei Aussteiger aus der chassidischen Community gestoßen. Ein kurzer Blick in den Film hat genügt, um Luzer Twersky als Kandidaten treffen zu wollen.

Peter Keller: Tag darauf stand er vor uns und schon wenige Minuten später war klar, dass Twersky unser Ben bin. Ein Jahr später, die Dreharbeiten waren mittlerweile auf das Frühjahr 2019 verschoben worden, wollte sich unser Darsteller des Beduinen Adel aber zeitlich immer noch nicht festlegen lassen. Deshalb haben wir uns schweren Herzen entschieden wir uns, einen anderen Darsteller zu suchen, auch wenn das die Wiederholung von zwei Drehtagen in Alexandria nach sich zogen. Über die Jahre hatten wir sehr viele Filme aus der Region gesehen und nach potenziellen Darstellern für alle möglichen Rollen gefahndet. Auf dieser Liste stand auch Haitham Omari, den wir nach seinem Auftritt in „Bethlehem“, glatt rasiert und aggressiv, ursprünglich als ägyptischer Lieutenant vor der jüdischen Gemeinde im Auge hatten. Gottseidank konnte er damals nicht, und so fanden wir in Adeeb Safadi einen klasse Darsteller für den „scharfen Hund“. Bei der neuerlichen Recherche stieß ich auf Bilder von Haitham Omari mit Vollbart – und das passte perfekt. Noch am gleichen Abend trafen wir uns in Ostjerusalem, und auch bei Omari war nach wenigen Minuten klar, dass er unser Adel ist. Da war sechs Wochen vor Drehbeginn.

Stefan Sarazin: Rückblickend haben sich alle Probleme und Verzögerungen letztlich zu unserem Vorteil gewandelt. Es hat allerdings eine Extraportion (Angst-)Schweiß und Tränen gekostet. Aber die beiden sind ein echter Glücksfall, und dass sie sich auch noch sehr gut verstanden, ist ein weiteres Geschenk.

Sie hatten mit Holger Jungnickel einen hervorragenden Kameramann. Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit ihm? Die Wüste ist im Film ja ein weiterer Protagonist. Wie setzt man diese in Beziehung zu den Menschen? Wie stark war dafür der Einfluss des Kameramannes?

Peter Keller: Auch auf Holger Jungnickel sind wir eher durch widrige Umstände gestoßen. Wir hatten den ersten Drehteil im Dezember 2017 mit Alexander Haßkerl begonnen, den Alexandria-Teil, den wir in Haifa drehten. Das visuelle Konzept war damals noch ein anderes. Durch die Verschiebungen kollidierte die Hauptdrehzeit allerdings mit einem anderen Film von Haßkerl. Also mussten wir einen anderen Kameramann finden und entschieden uns ausgerechnet für den mit der kürzesten Filmografie. Auch Jungnickel war ein Volltreffer! Er ist nicht nur mit einem unglaublichen technischen Wissen und einem enormen künstlerischen Gespür gesegnet, sondern war uns mit seinem analytischen Vermögen und seiner Unermüdlichkeit bei der Drehplanung vor Ort extrem hilfreich.

Stefan Sarazin: Für uns war die Wüste immer der dritte Hauptdarsteller. Immerhin ist sie der entscheidende Faktor der Geschichte und wirft die Protagonisten auf sich selbst zurück. Es ist nicht leicht, das möglichst unaufdringlich einzufangen. Wir haben das auf mehreren Ebenen versucht. Visuell im Wechsel von nahen Einstellungen und Supertotalen, die die Weite und Verlorenheit, aber auch die Bombastik und Archaik der Wüste vermitteln, teilweise aber auch an der Wahrnehmungsschwelle, auf der Tonebene, wo die Wüste ihre ganz eigenen Sounds und Atmosphären bekommen hat. Natürlich sind die tollen Bilder von Holger Jungnickel dafür total wichtig!

Einrichten des Sets in "Nicht alles koscher" (NNR/Holger Jungnickel)
Einrichten des Sets in "Nicht ganz koscher" (© NNR/Holger Jungnickel)

„Nicht ganz koscher“ ist komplett deutsch finanziert, obwohl es keinen einzigen Drehtag in Deutschland gab. Warum war eine internationale Co-Produktion nicht möglich?

Stefan Sarazin: Ursprünglich wollten wir die Handlung beziehungsweise die drei darin vorkommenden Religionen auch im Produktionsansatz spiegeln, also den Film als deutsch-arabisch-israelische Co-Produktion realisieren. Wir hatten sehr viel Zuspruch aus arabischen Ländern. Auch Menschen mit viel Geld fanden, dass dieser Film unbedingt gemacht werden müsse. Doch mit einem israelischen Partner wären sie auf arabischer Seite als vermeintliche Israel-Sympathisanten so angreifbar geworden, dass sie dies nicht wagten. Aus Gründen der Ausgeglichenheit wollten wir aber keine deutsch-israelische Co-Produktion.

Sie haben während der Produktion mit Menschen aus vielen Ländern zusammengearbeitet. War das einfach oder ergaben sie dadurch Probleme?

Peter Keller: Es war so, wie wir es alle die Jahre davor auch schon kennengelernt hatten. Menschen, die im Alltag Kontakt mit „der anderen Seite“ haben, sind recht entspannt. Denjenigen, die keine Kontakte haben, besitzen viel mehr Vorurteile, Ängste und Feindbilder. Auf politischer Ebene sind diese Vorbehalte auf allen Seiten natürlich erwünscht, damit die Menschen sich auseinanderdividieren lassen. So kann man seine Machtinteressen am besten durchsetzen oder erhalten. Für die Dreharbeiten bei Jericho betraten einige israelische Schauspieler zum ersten Mal die Palästinensergebiete. Mannshohe Schilder „verbieten“ israelischen Bürgern den Aufenthalt dort, da es in der Vergangenheit schon mal Zwischenfälle gab. Das sorgte anfangs für Spannungen, die sich durch eine sehr harmonische Atmosphäre im Team aber schnell gelegt haben. Umgekehrt hat mich unser palästinensischer Line Producer gebeten, keine Schauspieler zu engagieren, die sich auf Youtube für Kampagnen einspannen lassen, in denen das Existenzrecht eines palästinensischen Staates negieren wird. Für einige Araber aus Jordanien oder Palästina war es das erste Mal, dass sie hautnah mit jüdischen Israelis zusammengearbeitet haben, und umgekehrt. Das war für alle sehr bereichernd, insbesondere für das deutsche Team. Es sind einige Freundschaften entstanden – und eine palästinensisch-deutsche Ehe.

Wie leicht oder schwer war es, Zugang zu den Menschen vor Ort zu finden?

Stefan Sarazin: Auch wenn es anfangs eine natürliche Zurückhaltung gibt, fanden wir überall schnell Zugang zu den Menschen, sei es bei den Ultraorthodoxen, sei es bei den Beduinen. Wir haben immer ehrlich gesagt, was wir vorhaben. Nach ein paar Rückfragen waren unsere Gegenüber meist schnell überzeugt, dass wir keine unlauteren Absichten verfolgen, sondern uns unvoreingenommen und respektvoll für sie interessieren.

Deutsche Männer drehen einen Film in der Wüste über dieses Thema. Wie kam das in den arabischen Ländern und in Israel an?

Peter Keller: Wir haben bewusst keinen realistischen Ansatz, sondern eine etwas überhöhte Komödie mit mehreren Ebenen gewählt. Das realpolitische Thema „Nahostkonflikt“ können Filmemacher von dort viel treffender behandeln, wie viele arabische und israelische Filme zeigen. Unser Ansatz wirkt für Menschen, die jeden Tag mitten in diesem Konflikt stecken, wahrscheinlich eher naiv. Dafür hat unsere Geschichte eine starke universelle Komponente, die alle Menschen meint, die von Geschichte und Politik zu „Feinden“ gemacht werden, aber eigentlich doch die besten Freunde sein könnten.

Warum heißt der Film im Untertitel „Eine göttliche Komödie?“

Stefan Sarazin: Weil der (deutsche) Titel „Nicht ganz koscher“ bereits vergeben war. Wir brauchten also eine Unterzeile. Die Tagline „eine menschliche Komödie“ hatten wir schon lange; da war es nicht mehr weit zur „göttlichen“. Zwar standen damit sowohl Balzac als auch Dante bei der Namengebung Pate, aber unserer Titel bezieht sich doch eher ganz profan auf den Inhalt des Filmes: einer Komödie, die von Gott handelt.

Sie finden für diese ernsten Themen eine große Leichtigkeit und viele humorvolle Szenen. Standen mit dem Drehbuch bereits alle Dialoge fest oder entwickelten sich manche Sätze auch während des Drehs?

Peter Keller: Eigentlich standen alle Dialoge schon im Drehbuch. Vermutlich hat uns auch genau diese Mischung aus Leichtigkeit, feinem Humor und Ernsthaftigkeit den Drehbuchpreis eingebracht. Man muss auch sagen, dass das Buch über die Jahre wohl sehr gut „abgehangen“ ist.

Stefan Sarazin: Natürlich gab es während des Drehs einzelne Improvisationen und Textvarianten, aber es ist nicht so, dass Dialoge oder ganze Szenen sich wesentlich vom Buch entfernt hätten.

Im Leben geht es oft darum, sich zu verändern. Hier müssen zwei Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturen lernen, aufeinander zuzugehen und die andere Kultur zu verstehen. Ist das ein Märchen? Wie realistisch würden Sie eine solche Entwicklung fürs reale Leben beurteilen?

Peter Keller: Das ist natürliche eine wunderbare Utopie. In der Gegenwart erleben wir hingegen seit längerem eine Polarisierung der Welt, einen Zuwachs an individuellem und kollektivem Egoismus, befeuert durch politische und ökonomische Machtinteressen. Hier tun Utopien der Menschlichkeit, des Respekts und des Miteinanders wahrlich Not.

Peter Keller, Haitham Omari, Luzer Twersky, Peter Keller (v.l.; Alpenrepublik)
Peter Keller, Haitham Omari, Luzer Twersky, Peter Keller (v.l.; © Alpenrepublik)

Sie haben zusammen Regie geführt. Das ist wahrscheinlich nicht ganz einfach, wenn zwei kreative Männer ein gemeinsames Projekt realisieren. Welche Schwierigkeiten gab es? Und welche Erfahrungen haben Sie gemeinsam gemacht?

Stefan Sarazin: Wir sind zwei eigensinnige Köpfe, die allerdings eine gemeinsame Vision hatten. Wir haben uns im kreativen Prozess manchmal so sehr gerieben, dass die Funken flogen, waren dann aber immer wieder erstaunt, was diese Reibung hervorgebracht hat.

Peter Keller: Beflügelt hat uns auf alle Fälle, dass bei uns sehr oft eins plus eins mehr als zwei ergeben hat.

Die Wüste Sinai ist für viele Menschen ein magischer Ort. Was haben Sie für sich persönlich in der Wüste erfahren? Ein arabisches Sprichwort sagt ja: „Wer in die Wüste hineingeht, kommt als ein anderer zurück.“

Stefan Sarazin: Dem ist nichts hinzuzufügen.

Peter Keller: Wer in unserem Film war, hat auch eine kleine Wüstenreise hinter sich.

Man könnte ja erwarten, dass die Religionen sich mit Respekt begegnen, schließlich ist auch ihr Anspruch in den jeweiligen Schriften. Warum ist das so schwer umzusetzen?

Peter Keller: Da geht es den Religionen wie allen Zugehörigkeiten, vom Fußballverein bis zur Hautfarbe, die man hervorragend gegeneinander ausspielen kann. Sobald Institutionen um Macht oder Vorherrschaft buhlen, wird es schwer, das allen Menschen gemeinsame Bedürfnis nach Respekt, Menschlichkeit und Frieden aufrechtzuerhalten, was ja übrigens der Kern aller Religionen ist.

Der Film startet Anfang August mit vielen Kopien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie geht es dann weiter? In welchen Ländern wird der Film noch gezeigt?

Stefan Sarazin: Vielleicht findet sich ein Weltvertrieb, der den Film in weitere Länder bringt. Natürlich haben arabische Länder und Israel einen ganz eigenen Blick auf unsere Geschichte und ihre Vision.

Kommt der Film auch in den Ländern ins Kino, in denen er „spielt“?

Stefan Sarazin: Das kommt darauf an, ob sich lokale Verleiher für den Film interessieren. Das wäre schön!

Peter Keller: Und sehr interessant.

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