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Brüder

Donnerstag, 22.09.2022

Proletarischer Stummfilm über den Generalstreik in Hamburg 1896 - bis 18.10. in der arte-Mediathek

Diskussion

Der Film über den Hamburger Hafenarbeiterstreik 1896/97 entstand im Auftrag der Gewerkschaft der Hamburger Hafenarbeiter. Am historischen Beispiel des niedergeschlagenen Streiks schildert der von Werner Hochbaum gedrehte Film, wie wichtig Solidarität zwischen den Lohnarbeitern ist.

Das wird am Schicksal zweier Brüder entfaltet. Sie stehen sich zunächst unversöhnlich gegenüber – der eine als Streikführer, der andere als Polizist. Der Streik wird niedergeschlagen, aber der Polizist quittiert seinen Dienst. Sein Bruder wird zu zehn Jahren Haft verurteilt und beschwört alle, die den Film sehen: Trotz alledem!

Stilistisch orientiert sich „Brüder“ an den russischen Filmen. Hochbaum übernahm deren Montagetechnik. Er verzichtete auf individuelle Rollennamen, sondern arbeitete mit starken Typisierungen und harten Konturen. Wie der Vorspann erläutert, versteht sich „Brüder“ als Versuch, „mit einfachen Mitteln einen deutschen proletarischen Film zu schaffen. Die Darsteller sind Hafenarbeiter und Arbeiterfrauen, Kinder und andere Menschen aus dem Volke.“

Der lange Zeit in Vergessenheit geratene Film gilt heute als wichtiges Beispiel des proletarischen Films.

Produziert wurde er von Werner Hochbaum selbst. Rechtzeitig zum „Kampftag der Arbeiterklasse“ am 1. Mai 1929 war der Film fertig. Finanziert wurde er vom Deutschen Verkehrsbund, der Gewerkschaft, in der die Mehrheit der Hamburger Hafenarbeiter organisiert war. Auch die SPD unterstützte den Film mit ihrem Film- und Lichtbilddienst, der ihn in den Verleih nahm.

Die Uraufführung von „Brüder“ fand am 28. April 1929 in der Schauburg am Millerntor in Hamburg statt; die restaurierte Fassung erlebte am 13.Februar 2022 im Rahmen der Berlinale ihre Premiere.- Ab 14.

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