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Easy Rider (zdf_neo)

Mittwoch, 14.09.2022

23.9., 22.00-23.30, zdf_neo

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Zwei junge Männer, die Biker Wyatt alias Captain America (Peter Fonda) und sein Kumpel Billy (Dennis Hopper), fahren mit ihren Motorrädern von Los Angeles nach New Orleans. Ihr Ziel ist der Mardi Gras, der dortige Karneval.

Unterwegs werden sie in einem Motel abgewiesen, aber von einer freundlichen Farmerfamilie bewirtet. Sie machen Halt bei einer Hippie-Kommune in den Bergen, fahren übermütig einer Parade hinterher und werden dafür in Las Vegas ins Gefängnis gesteckt. Hier treffen sie den jungen Anwalt George Hanson (Jack Nicholson) aus gutem Hause, der in der Zelle seinen Rausch ausschläft. Er holt sie aus dem Gefängnis, und sie nehmen ihn mit auf ihren Roadtrip.

Sie verstehen sich gut, rauchen Joints und erfreuen sich an der schönen Landschaft. In einem Örtchen in Louisiana wollen sie in einem Restaurant essen, flirten mit den Mädchen und werden von den aufgebrachten Einheimischen verjagt. So kampieren sie nachts im Freien, doch die Dorfbewohner überfallen sie und schlagen mit Baseballschlägern auf sie ein. Hanson stirbt an den Verletzungen.

Die Idee zu „Easy Rider“ entstand während der Dreharbeiten zu Roger Cormans „The Trip“, an denen Peter Fonda und Dennis Hopper teilnahmen. Beide hatten schon vorher an Rockerfilmen mitgewirkt und nutzten diese Erfahrungen für ihr neues Projekt. Dabei ließen sie sich von einer wahren Begebenheit inspirieren: In den Südstaaten waren in den 1960er-Jahren zwei Motorradfahrer von Einheimischen ohne Grund umgebracht worden.

Wenig Dialoge, kein festes Drehbuch, Improvisation, zeitgenössische Rockmusik (zehn Lieblingslieder von Peter Fonda), kein Bühnenbild, dafür die herrliche Landschaft, durch die Captain America und Billy auf ihren Harleys fahren: das war das Rezept des Road Movies. Abends wurde entschieden, was am nächsten Tag gedreht wurde; die Statisten für kleinere Rollen holte man sich direkt vor Ort.

Die Songs von Steppenwolf „Born to Be Wild“ und von den Byrds „Wasn’t born to follow“ waren Programm.

„Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends finden“, hieß es auf dem Kinoplakat des Films auf dem das Dreigespanns Fonda, Hopper und Nicholson die Weite des Landes mit enormen Pferdestärken durchstreifen. Doch das Gefühl von Freiheit trügt; der vielgepriesene US-amerikanische Traum ist längst zur Illusion geworden.

Beim größten Teil des Publikums löste „Easy Rider“ Begeisterung aus und bewahrte auch die angeschlagene Motorradfirma Harley-Davidson vor dem Ruin. Er wurde zumeist als Verherrlichung der Hippiebewegung aufgefasst, obwohl er doch eher ihr Abgesang war. – Sehenswert ab 16.

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