© Fabula

Ema

Freitag, 25.11.2022

Experimentelles (Tanz-)Drama um eine chilenische Tänzerin und ihren Kinderwunsch - bis 22.12. in der arte-Mediathek

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Die peroxidblonde Ema (Mariana Di Girolamo) ist in mehrfacher Hinsicht eine Brandstifterin. In einem grandios choreografierten Prolog entfaltet der chilenische Regisseur Pablo Larraín die Vorgeschichte seiner charismatischen Protagonistin wie in einem Tanz; fragmentarische Szenen zu hypnotischer Elektromusik bilden einen Reigen, aus dem sich erst nach einer Weile Rückblenden und Gegenwartshandlung herausdifferenzieren: Die junge Frau hat ein Kind adoptiert und es nach kurzer Zeit wieder an die Behörde zurückgegeben; eine Entscheidung, die sie nun bereut. Doch der kleine Polo ist längst bei einer anderen Familie untergebracht, die offenbar mehr Sicherheiten zu bieten hat als die androgyne Tänzerin. Diese begibt sich auf einen ungewöhnlichen Feldzug, um ihn zurückzugewinnen.

Durch seine intensive szenische Erzählweise findet der außergewöhnliche Film markante Bilder für die Ambivalenz von Mutterschaft und verbindet die Kraft des Reggaeton-Tanzes eindrucksvoll mit der Suche nach neuen Lebensweisen. - Sehenswert ab 16.

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