© rbb/Tatofilm, South & Elemag Pictures

Vulkan

Montag, 07.11.2022

Ein Übersetzer aus Kiew strandet in der südukrainischen Einöde - bis 25.12. in der ARD-Mediathek

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Der Krieg in der Ukraine hat bei allem Elend zumindest einen positiven Nebeneffekt: Hierzulande ist die Aufmerksamkeit fürs Kulturschaffen des bedrohten Landes exponentiell gewachsen. Der rbb präsentiert mit "Vulkan" ein Film-Highlight aus dem Jahr 2018, also aus der Phase zwischen den Annexion der Krim und dem aktuellen Angriffskrieg. Ein Übersetzer aus Kiew (Serhij Stepanski) strandet während einer OSZE-Mission in der südukrainischen Einöde.

Doch zuerst streikt das Auto und er macht sich allein auf die Suche nach Hilfe; als er zurückkehrt, sind der Wagen und seine drei Kollegen spurlos verschwunden. Es bleibt nicht der einzige beunruhigende Vorgang: Dokumente und Geld werden ihm gestohlen, er wird bedroht, geschlagen und in einem Erdloch gefangen. Allerdings begegnet er auch einem skurrilen Arbeitslosen und seiner Familie, die ihn aufnehmen. Allmählich wird er von der seltsamen Faszinationskraft der Region immer mehr ergriffen.

In beeindruckenden Bildern filmt Regisseur Roman Bondartschuk eine Parabel über Verlorenheit und Widersprüche in der ukrainischen Gesellschaft, die als surreale Welt mit mal lustigen, mal verstörenden Elementen erscheint. Die enorme Fantasie der Inszenierung geht dabei mit dokumentarisch genauer Beobachtungsgabe für den Zustand der Ukraine nach der russischen Krim-Annexion eine fesselnde Kombination ein. - Sehenswert ab 16.

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