© arte/EAMI la pelicula

Eami, der Geist des Waldes

Mittwoch, 07.12.2022 13:11

Doku über das indigene Volks der Ayoreo in Paraguay - bis 2.2. in der arte-Mediathek

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Der Dokumentarfilm handelt von dem indigenen Volk der Ayoreo, die früher im paraguayischen Amazonas lebten, bis sie durch intensive Rodung dem Gran Chaco vertrieben wurden. In dem Regenwald werden Monat für Monat rund 25.000 Hektar Wald gerodet, eine gigantische Fläche. Nur dank eines Schutzgebietes, das der Gemeinschaft der Totobiegosode zugesprochen wurde, ist überhaupt noch etwas von dem Wald übriggeblieben. Die Ureinwohner nennen diese Ansiedlung „Chaidí“: „Ort der Ahnen“ oder „Ort, an dem wir immer gelebt haben“. Heute ist er Teil des Natur- und Kulturerbes der Ayoreo-Totobiegosode. Zuvor mussten die Indigenen ihr Gebiet verlassen und einen Krieg überleben.

„Eami, der Geist des Waldes“ zeichnet die Geschichte der Ayoreo nach. Im Mittelpunkt steht der Augenblick, als der mythische Vogel Asojá einige Indianer der Ayoreos versammelt, um ihnen ins Gedächtnis zu rufen, wann genau sie gezwungen wurden, ihr Gebiet zu räumen. In der Ayoreo-Kultur bedeutet jedes Verlassen des angestammten Ortes einen endgültigen Abschied: Wer weggeht, kann nicht mehr heimkehren. Während sich die Exilierten erinnern, wiederholt sich genau in diesem Moment die Geschichte für andere. Die Erinnerung wird präsent.

Der Film erzählt die auf mündlichen Ayoreo-Berichten beruhende Geschichte des jungen Eami, dessen Name „Wald“, aber auch „Welt“ bedeutet. In die dokumentarische Form fließen fiktionale Elemente ein und vermischen sich mit der Erfahrung einer Mennonitenfamilie, die ein Landgut mit Viehwirtschaft besitzt, auf dem Ayoreos beschäftigt sind. Die Mennoniten haben einen großen Teil der Chaco-Region besetzt. Bei ihren Versuchen, die Ayoreo zum Christentum zu bekehren, kam es zu Zusammenstößen. Trotz allem bleiben Hoffnung und Erinnerung. Die Erinnerung an den Wald ist für die Ayoreo das Gedächtnis der Welt. – Ab 14.

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