Daniel Day-Lewis' Finale

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Unter Freunden anspruchsvoller ­Filme schlug die Nachricht wie eine Bombe ein: Der britische Schauspieler Daniel Day-Lewis, der im April 2017 seinen 60. Geburtstag feierte, kündigte seinen Rückzug von der Kinoleinwand an. »Daniel Day-Lewis wird nicht länger als Schauspieler arbeiten«, teilte seine Pressesprecherin mit. »Er ist allen Kollegen und Zuschauern, die ihm viele Jahre die Treue gehalten haben, ungemein dankbar. Dies ist eine private Entscheidung. Weder er noch seine Repräsentanten werden dazu weiter Stellung nehmen.«

Es ist nicht das erste Mal, dass Day-Lewis während seiner vier Jahrzehnte umspannenden Karriere seine Fans in Erstaunen versetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Schauspielern bestand er häufig darauf, auch außerhalb der Drehzeiten »in character« zu bleiben, das heißt, seine Rolle auch ohne laufende Kameras weiterzuspielen.

In der Vergangenheit hatte sich Day-Lewis schon mehrmals für längere Perioden von der Schauspielerei zurückgezogen, um zu malen und Möbel zu fertigen. Diesmal allerdings klingt die Ankündigung seines Rückzugs endgültiger, und entsprechend häufiger gab es bedauernde Kommentare. Matthew Hennessey drückte im »Wall Street Journal« aus, was zahllose Film­freunde denken: »Vielleicht werden ein paar Jahre Abwesenheit seine Leidenschaft neu entflammen. Falls nicht, wird der Film ärmer sein. Es hat nie einen Schauspieler wie ihn gegeben.« In der Tat hat ­Daniel Day-Lewis allein durch die radikale Verschiedenheit seiner Rollen eine seltene Versatilität bewiesen. Von dem gelähmten irischen Schriftsteller und Maler in »Mein linker Fuß« (1989) über den Trapper Falkenauge in »Der letzte Mohikaner« (1992) bis zu dem US-Präsidenten in Steven Spielbergs »­Lincoln« (2012) gelang ihm stets die vollkommene Identifikation mit seiner Rolle.

Drei ­seiner besten Darstellungen wurden mit dem »Oscar« ausgezeichnet: »Mein linker Fuß«, »There Will Be Blood« (2007) und »Lincoln«. Zwei »Oscar«-Nominierungen erhielt Day-Lewis außerdem für »Im Namen des Vaters« (1993) und »Gangs of New York« (2002). Sein letzter Kinoauftritt wird ein neuer Film von Regisseur Paul Thomas Anderson sein, mit dem Daniel Day-Lewis bereits in »There Will Be Blood« zusammen gearbeitet hatte. In »Der seidene Faden« verkörpert der Schauspieler einen passionierten Modedesigner, der ganz in seinem Beruf aufgeht, bis ihn die Liebe einer jüngeren Frau aus der Bahn wirft. Der Film startet am 1. Februar 2018 in den deutschen Kinos. (Verleih/Fotos: Universal)

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