Angela Schanelec: Zuhören (9.1.2018)

Squirrels to the Nuts - Patrick Holzapfels Blog zum Politischen Kino, Teil 37

Diskussion

„Debussy spielte selbst mit geschlossenem Klavier“ (aus „Noten zum Kinematographen“, Robert Bresson)

Kann uns ein Film zuhören? Können wir einem Film zuhören?

„Der traumhafte Weg“, taumelnder Film. Sieht man ihn öfter, hört man mehr. Wenn man das so sagen kann, geht es um Theres und Kenneth, ein Liebespaar, zunächst vereint, dann getrennt.

Kenneth ist im Bett. Er sagt zu Theres: „Kannst du bitte das Licht ausmachen?“ Wir hören ein Motorengeräusch, wahrscheinlich befinden sie sich in einer Stadt. Schritte, leichtes Rascheln von Kleidung. Klick. Kein Licht. Mehr Motoren, stetiges Geräusch, es muss eine Hauptstraße sein. Eine Stimme: Sie könnte rufen oder lachen. Sie ist nirgendwo, irgendwo im Gebäude oder davor. Sie gibt dem Raum eine Dimension, füllt ihn, bevor seine Zeit beginnt. Tiefes Rascheln, Haut in einer Decke. Ein knarzendes Bett. Mehr Rascheln. Ein anderes Ausziehen, wie eine Antwort aus der Dunkelheit. Das Rascheln verbindet sich nicht, es ist eine Annäherung. Es unterbricht sich. Sie spricht. Ihre Stimme, nicht ganz kräftig, erwartend. Sie sagt, dass sie eine Lehrerin werde, wie ihre Mutter. Dabei sehen wir auch etwas: Blicke und Schemen.

Die Sequenz geht weiter. Der Film und sein Ton: Es wird von der ersten Sekunde verhandelt. Wir hören in der Titelsequenz bevor wir

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