© SWR/Avigail Sperber

Jüdische Hochzeitsnacht

Dokumentarfilm über die Problematik der strikten Geschlechtertrennung bei ultraorthodoxen Juden - bis 14.9. in der arte-Mediathek

Veröffentlicht am
19. Juni 2024
Diskussion

In der ultraorthodoxen jüdischen Gesellschaft herrscht eine strenge Trennung von Mann und Frau vor der Hochzeitsnacht, erst dann kommt es zum ersten sexuellen Kontakt. Dadurch sind viele Männer und Frauen schon lange im Vorfeld verunsichert und fühlen sich unter Druck gesetzt, für nicht wenige ist die Hochzeitsnacht auch eine traumatische Erfahrung, die ihre weitere(n) Beziehung(en) belasten kann. Auf der anderen Seite kann durch das geteilte Gefühl der Überforderung aber auch der Grundstein für eine Bindung auf Augenhöhe entstehen.

Der Dokumentarfilm der Israelin Rachel Elitzur baut auf Interviews mit ultraorthodoxen Männern und Frauen auf, die bereit waren, offen über das Verständnis von Liebe und Gefühlen in ihrem Glauben sowie über die Hochzeitsnacht-Erfahrung zu sprechen. Elitzur ist selbst Teil der ultraorthodoxen Gemeinschaft und nähert sich den Zeugnissen mit viel Empathie; da etliche Interviewte nicht von der Kamera gefilmt werden wollten, sind nur ihre Stimmen zu hören. 

Zudem arbeitet die Regisseurin auch mit Reenactments durch Schauspielerinnen und Schauspieler. Der relativ kurze Film kann manche Aspekte nur anschneiden, vermittelt aber mit Nachdruck die widersprüchlichen Gefühlserfahrungen der Ultraorthodoxen. – Ab 14.

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