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Die Tuba-Diebe

Dokumentarfilm aus Sicht einer Gehörlosen über die Selbstverständlichkeit des Hörens/Nichthörens - bis 13.1. in der arte-Mediathek

Veröffentlicht am
19. Juni 2024
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Zwischen 2011 und 2013 kam es an kalifornischen Schulen zu einer bizarren Diebstahlserie, bei denen Tubas entwendet wurden. Aufgeklärt wurden die Fälle nie, und auch die bildende Künstlerin Alison O’Daniel, die gehörlos geboren wurde, nimmt diese Ereignisse lediglich als Ausgangspunkt für ihren Dokumentarfilm "Die Tuba-Diebe". 

Der Film präsentiert zahlreiche Vignetten des Geschehens. Er versetzt sich in die Situation der beraubten Musiker, blickt auf außergewöhnliche Konzerte von John Cage bis Prince zurück, die (auch) gehörlose Zuschauer im Blick hatten, und rückt allgemein das Hören und die Geräuschkulisse in den Fokus, in der Hörende sich jeden Tag und Nicht-Hörende sich nie bewegen.

Dokumentarische Elemente stehen neben Spielszenen, essayistischen Sequenzen und Ansätzen einer filmischen Stadtsinfonie von Los Angeles, woraus sich ein anregendes immersives Erlebnis formt. Dazu gehören auch Pausen, in denen die Wahrnehmung gehörloser Menschen nachvollziehbar gemacht wird, ebenso wie durch automatisch erstellte Bildunterschriften. So stellen sich nonchalant Denkanstöße ein, zumal der Film spielerisch und undidaktisch vorgeht. – Ab 14.

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