Regisseur Tom Tykwer taucht in diesem schon 2006 gedrehten opulenten Historien-Krimi in die Sinne eines Menschen ein, genauer gesagt in den Geruchssinn des jungen Parfümeurs und „seelenlosen“ Frauenmörders Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), den der Schriftsteller Patrick Süskind ins Zentrum seines Romans „Das Parfum“ (1984) gestellt hat.
Vehement stürzt sich Tykwer in die aufwändige Adaption der im vorrevolutionären Frankreich angesiedelten Sitten- und Gesellschaftsfabel, kriecht dabei tatsächlich in Grenouilles Nase und entfacht auf der Suche nach dem olfaktorischen „Geheimnis“ ein visuell fulminantes Spiel – diesmal um die Macht, vor allem aber um die Grenzen von Leidenschaft und Affekt in einer Zeit des sozialen Wandels.
Die Hauptfigur Grenouille ist ein Sonderling, der die Welt primär durch seinen Geruchssinn wahrnimmt. Bis eine makabre Passion in ihm erwacht: Er tötet mehrere Frauen, um sich deren Duft anzueignen und daraus das perfekte Parfüm zu kreieren.
Tykwer macht daraus ein bildgewaltiges Unterhaltungskino, das sich vor allem auf die schillernde Oberfläche des Stoffs konzentriert, während Charaktere und zeitgeschichtliche Hintergründe zwar konturiert, aber nicht vertieft werden. Die gestalterische Perfektion und Sinnlichkeit des Films sorgen dafür, dass keine Längen entstehen. - Ab 14.