Die portugiesisch-französische Jugendliche Paméla (Paméla Ramos) ist an der Schwelle zum
Erwachsensein noch sehr unsicher, fällt deshalb zum zweiten Mal durchs
Abitur und scheitert auch bei der Führerscheinprüfung. Obwohl das Verhältnis
zu ihren Eltern deshalb angespannt ist, folgt sie ihnen wie jedes Jahr
im August vom Pariser Vorort in die alte Heimat in einem Bergdorf in
Portugal. Dort leben noch Pamélas Großmutter und einige andere Verwandte und die Familie hilft bei der Ernte mit. Doch für Paméla stellt sich die Frage nach ihrer Zukunft mit immer
größerer Dringlichkeit. Vor einem weiteren Versuch, das Abitur zu schaffen, hat sie Angst, obwohl vor allem ihre Mutter sie dazu drängt. Doch auch die Alternative beunruhigt sie: Hatte sie einst davon geträumt, Ärztin zu werden, hat sie nun eher die Aussicht auf Arbeitsstellen, die sie in ihren Fähigkeiten unterfordern würden.
Die französische Regisseurin Laurence Ferreira Barbosa, die sich in den 1990er-Jahren mit "Verrückt - nach Liebe" als großes Talent empfahl, meldete sich 2017 nach einigen Jahren Pause mit diesem dezent entwickelten Drama um eine Identitätssuche zurück. Vor allem in der Hauptrolle sensibel interpretiert, entwickelt der Film auch die übrigen Positionen vielschichtig und verständnisvoll. Die Frage nach Zugehörigkeit wird an den verschiedenen Figuren wie auch Schauplätzen stimmig durchgespielt. - Sehenswert ab 14.