Leni
Riefenstahl (1902-2003) avancierte mit ihrem Parteitagsfilm „Triumph des
Willens“ zu Hitlers Hofregisseurin und arbeitete nach dem Ende der NS-Diktatur intensiv
daran, sich als „unpolitische“ Künstlerin darzustellen. In dem Dokumentarfilm „Riefenstahl“
von Andres Veiel geht es jedoch nicht darum, mit Hilfe von Riefenstahls
Nachlass ihre Verstrickung ins Regime neu zu beleuchten, sondern vor allem
darum, dem Weiterwirken ihrer Filme in der Gegenwart auf die Spur zu kommen.
Eine
Kamerafahrt über glitzernde Bergkristalle. Dann das Filmbild eines schönen
Gesichts im Profil. Die ersten Clips in dem Dokumentarfilm „Riefenstahl“ von
Andres Veiel stammen aus „Das blaue Licht“, einem Bergfilm, der
1932 Premiere feierte. Die Hauptdarstellerin hieß Leni Riefenstahl;
sie stand aber auch als Regisseurin im Vorspann, allerdings erst nach 1933, nachdem
jeder Hinweis auf die Mitarbeit des Juden Béla Balázs getilgt worden
war. Die auratisch weichgezeichneten Bilder verflüchtigen sich allerdings rasch.
Im Intro des „Riefenstahl“-Porträts jagen unidentifizierbare Filmstreifen
vorbei, welche die schiere