In „Im Prinzip Familie“ begleitet Regisseur Daniel Abma eine betreute Kinderwohngruppe auf dem Land in Brandenburg. Der niederländische Regisseur setzt sich in seinen Dokumentarfilmen häufig mit sozialen Fragen auseinander, etwa mit Häftlingen im Jugendknast in „Nach Wriezen“ (2012) oder mit Transsexuellen in „Transit Havanna“ (2016). In „Im Prinzip Familie“ (jetzt im Kino) beobachtet er drei Betreuer beim Versuch, benachteiligten Kindern einen weitgehend normalen Alltag zu ermöglichen.
Wie sind Sie auf das Thema von „Im Prinzip Familie“ gekommen?
Daniel Abma: Vor dem Filmemachen habe ich Sozialarbeit und auch Grundschulpädagogik studiert. Ich habe diese Menschen, die mit Kindern arbeiten, immer sehr bewundert. Sie tragen eine große Verantwortung. Ich selbst habe dann aber einen anderen Weg eingeschlagen.
Sie haben sechs Jahre an dem Film gearbeitet. Wie ist diese Arbeit verlaufen?
Abma: Vier Jahre lang hat allein die Recherche vor dem Film gedauert. In dieser Zeit bin ich oft vor Ort gewesen. Es ging um die Beziehung zu den Menschen und darum, ein Vertrauen zu denen aufzubauen, die im