Nach Anfängen als Bühnenkomiker avancierte der Regisseur Mike Nichols ab den 1960er-Jahren zu einem der bekanntesten Theaterregisseure der USA und kehrte neben seinen Erfolgen im Kino („Die Reifeprüfung“, „Die Waffen der Frauen“) auch immer wieder zum Theater zurück. Da auch seine Filmkarriere 1966 mit einer hochgelobten Bühnenadaptionen begann („Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ mit Elizabeth Taylor und Richard Burton), lag es auch nahe, ihn rund 40 Jahre später mit einer weiteren Verfilmung eines erfolgreichen Theaterstücks um Paarbeziehungen und bittere, teils ätzende Dialoge zu betrauen.
In „Hautnah“ aus dem Jahr 2004 nach dem Stück von Patrick Marber verliebt sich der erfolglose Schriftsteller Dan (Jude Law) in die Striptease-Tänzerin Alice (Natalie Portman), die Fotografin Anna (Julia Roberts) in den Arzt Larry (Clive Owen). Als sich der Schriftsteller und die Fotografin begegnen, nimmt eine flatterhafte Vierecksbeziehung ihren Anfang, größtenteils angesiedelt im gehobenen städtischen Milieu Londons.
Das elliptisch erzählte Drama kreist um Partnertausch und Psycho-Stress, wobei die äußere Handlung allein aus den Dialogen erschlossen werden muss. Die verhaltene Inszenierung tritt dabei völlig in den Dienst der Schauspieler. – Ab 16.