Szene aus „Böse Spiele - Rimini Sparta“
Szene aus „Böse Spiele - Rimini Sparta“ (© Ulrich Seidl Filmproduktion)

Böse Spiele - Rimini Sparta

Schonungsloses Drama um zwei vom Leben schwer gezeichnete Brüder - bis 2.3.27 in der ARD-Mediathek

Aktualisiert am
04.09.2026 - 18:51:28
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2022 präsentierte der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl auf der Berlinale und beim Filmfestival San Sebastián zwei neue Werke, deren inhaltliche Nähe offensichtlich war: „Rimini“ und „Sparta“ stellten jeweils einen von zwei Brüdern ins Zentrum, die der Tod ihrer Mutter kurzzeitig wieder am Ort ihrer Kindheit zusammenführt, dem sie seit langem entflohen sind. Die einzigen weiteren Bindungen sind ihr früheres Zuhause, das teils noch immer so eingerichtet ist wie einst, und ihr dementer Vater in einem Altersheim.

Als Einzelfilme folgen die beiden Werke nach dem Einstieg je nur einem der Brüder: Richie (Michael Thomas) tritt als abgehalfterter Schlagersänger „Richie Bravo“ im winterlich leeren Rimini vor Rentnerinnen auf und verdingt sich nebenher als Gigolo bei Fans, die ihm besonders verfallen sind. Bis eines Tages seine entfremdete Tochter auftaucht und Geld von ihm verlangt. Ewald (Georg Friedrich) lebt derweil in Rumänien und baut in der ländlichen Provinz eine verfallene Schule zu einer Art Jugendclub um, was die Eltern der örtlichen Jungen feindselig beobachten; dabei ringt er mit seinen pädophilen Neigungen.

„Böse Spiele – Rimini Sparta“ vereint nun die beiden zunächst separat veröffentlichten Filme zu einem Einzelwerk von über drei Stunden. Dieses zeichnet vor allem aus, dass sich die Parallelen in den Schicksalen wie auch die Einsamkeit der Figuren deutlicher vermitteln, zudem treten die Szenen mit dem hilflosen Vater (Hans-Michael Rehberg) noch eindringlicher hervor. – Ab 16.

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