Nach dem Ersten Weltkrieg vertiefen sich die politischen Gräben in einem oberbayerischen Dorf. Der Bauer Heingeiger (Sigi Zimmerschied) wird zum Bürgermeister gewählt und gerät mit seinem aus dem Krieg zurückgekehrten Sohn Silvan (Frederic Linkemann) aneinander, der zum Vorreiter der Nationalsozialisten im Ort wird. Aber auch der Kommunismus findet Anhänger im Dorf, etwa Ludwig Allberger (Sebastian Bezzel). Mehr und mehr zwischen die Fronten gerät der zurückgezogen lebende Schuster Julius Kraus (Josef Hader), zumal als seine jüdische Identität bekannt wird.
Das sorgsam inszenierte, ausgezeichnet besetzte Historiendrama von Matti Geschonneck kommt konsequent als Anti-Heimatfilm nach dem Roman „Unruhe um einen Friedfertigen“ von Oskar Maria Graf daher. Abgesehen von wenigen erzählerischen Vereinfachungen werden Zeitläufte und widerstreitende Positionen in ihrer Komplexität erfahrbar, ohne dass der Dorfschauplatz je verlassen werden müsste. – Ab 14.