Die junge Lydia (Hafsia Herzi) geht in ihrem Beruf als Hebamme auf; privat läuft es dagegen schlechter, ihre Beziehungen enden immer in Frust. Als sie eines Tages ihrer besten Freundin durch die Geburt geholfen hat, begegnet sie mit deren Baby in der Klinik einem Mann (Alexis Manenti), mit dem sie vor Monaten eine Nacht verbracht hat und der sie danach nicht wiedersehen wollte.
Aus einem Impuls heraus lässt sie ihn glauben, dass es sich bei dem Baby um ihr gemeinsames Kind handle, und hält diese Lüge über Wochen immer weiter aufrecht, befördert durch das Schuldbewusstsein des Mannes und eine postnatale Depression ihrer Freundin.
Das Regiedebüt von Iris Kaltenbäck, von der auch das Drehbuch stammt, ist ein packendes Drama um ein einzigartiges Lügengeflecht, das nicht entschuldigt, aber als folgerichtig präsentiert wird. Vereinsamung und die damit einhergehende emotionale Verwundbarkeit bei allen Hauptfiguren werden als fatale gesellschaftliche Entwicklung benannt, ohne sie thesenhaft überzustrapazieren. - Sehenswert ab 16.