Nach der Taufe seines Sohnes entschwindet der deutsche Umweltwissenschaftler Jan Stadler (Max Hubacher) rasch wieder nach Brasilien, wo er an einem Klimaschutzprojekt mitwirkt. Ein wirkliches Gespräch mit seinem Vater Klemens (Axel Milberg), dem er nie verziehen hat, dass wegen einer Affäre einst die Ehe der Eltern zerbrach, findet so nicht statt – es ist der letzte flüchtige Kontakt von Vater und Sohn. Denn kurz darauf verschwindet Jan spurlos, seine Frau Eva (Elisa Schlott) verzweifelt an der Ungewissheit, was ihm widerfahren ist, Vertreter von Firmen, die mit dem Wissenschaftler zusammengearbeitet haben, sind nicht hilfreich. So macht sich der gerade pensionierte Klemens auf, seinen Sohn zu suchen. Vor Ort entdeckt er, dass das Projekt heftig umstritten ist, da für die Wiederaufforstung von Regenwald Dörfer zwangsenteignet werden. Klemens gerät zwischen die gewaltbereiten Fronten und sieht sich jeder Gewissheit beraubt, die er bislang besaß.
Der Thriller von Daniel Harrich um verbrecherische Unternehmungen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes fußt auf realen Umständen. Eindeutiges filmisches Vorbild ist „Vermisst“ (1982), in dem sich ein US-Bürger auf die Suche nach seinem Sohn im Chile nach dem Militärputsch 1973 machte und ebenfalls in seinem guten Glauben (seinerzeit an die US-Außenpolitik) erschüttert wurde. „Verschollen“ erweist sich diesem Vorbild durchaus gewachsen. Die Aufklärung über die Verflechtung mit internationalen Organisationen und politisch befördertes Unrecht an Indigenen verbindet sich fesselnd mit dem Drama eines Mannes, dessen hilflose Suche immer verzweifelter wird. – Ab 14.