Ein wilder Haufen Nagetiere brachte das Duo Ryland Brickson Cole Tews und Mike Cheslik 2022 auf den Radar der Kinoliebhaber: Mit „Hundreds of Beavers“ schufen die beiden US-amerikanischen Independent-Filmemacher den wohl skurrilsten Film des Jahres. Festgemacht an der abenteuerlich-komischen Story eines Mannes, der im 19. Jahrhundert vom Alkohol-Händler zum Pelzjäger wird und es in der winterlichen Wildnis mit allerlei wehrhaftem Getier inklusive der titelgebenden Biber zu tun bekommt, vereint der Film die Ästhetik des klassischen Stummfilm- und Slapstick-Kinos mit Cartoon- und Videospielelementen. Und nutzt sie, um ein wahres Feuerwerk an fröhlichem Nonsens abzufackeln. „Wer nach den ersten zehn Minuten von ‚Hundreds of Beavers“ glaubt, noch nie so einen absurden Klamauk gesehen zu haben, sollte sich bis zum Schluss gedulden. Denn jede Sekunde der Slapstick-Komödie ist hemmungslos überdreht. Spätestens, wenn die ersten Tiere auftauchen, die absichtlich so aussehen, als hätten sie sich in der Grabbelkiste eines zweitklassigen Kostümverleihs eingedeckt, sollte man jede Hoffnung auf Logik ad acta legen“, schrieb Christoph Dobbitsch in seiner Kritik zum Film.
Im Zuge der Aufmerksamkeit, die dem wunderlichen Schwarz-weiß-Film auch hierzulande zuteilwurde, brachte das Label Lighthouse dann auch noch das Vorgänger-Werk der beiden Filmemacher heraus, „Lake Michigan Monster“, entstanden 2018: Eine Komödie um einen exzentrischen Kapitän und seine Crew an Spezialisten, die im Lake Michigan ein mysteriöses Seemonster jagen, weil das Biest einst den Vater des Kapitäns in die Tiefe riss. Das Mensch-vs-Natur Thema, das auch „Hundreds of Beavers“ spielerisch durch den Kakao zieht, ist hier schon angelegt und wird roh und experimentierfreudig durchexerziert; dabei sorgt die schiere Fülle an komischen Ideen für viel Amüsement. Beide Filme sind nun vereint in einer „Double Creature Feature“-Edition beim Label Lighthouse als Mediabook erschienen, limitiert auf 600 Stück mit einem Sonderartwork des US-Künstlers Sam Abner.