Der Arthouse-Streamingdienst rutscht mit Oliver Laxes fiebrigem Drama „Sirât“ ins neue Jahr und präsentiert als exklusiven Streaming-Start Quentin Dupieux’ „The Piano Accident“. Außerdem laufen Reihen zum iranischen Kino und zu New York im Film.
„Eine spirituelle Grenzerfahrung zwischen Rausch und Offenbarung“: So bewirbt MUBI Oliver Laxes letztes Jahr in Cannes gefeiertes Drama „Sirât“, das ab Silvester exklusiv bei MUBI als Stream zur Verfügung steht. Ein gut gewähltes Startdatum; die besondere Nacht zwischen dem alten Jahr und dem neuen ist ein würdiger Premieren-Rahmen für diesen fiebrig-intensiven, teils auch schmerzhaften Film, in dem es einen Mann und seinen kleinen Sohn auf der Suche nach der verschollenen Tochter des Mannes zu einer Raveparty irgendwo in der Wüste von Marokko und zu einem Trip ins Nirgendwo verschlägt. „Dies ist ein Film, der all unsere Sinne und Gefühle anspricht, den man mit jeder Faser leiblich spürt und erlebt und der trotzdem den Verstand nicht ausschaltet, sondern ihn aufweckt, anregt und für vielfältige Deutungen öffnet“, schreibt Rüdiger Suchsland on seiner Kritik auf filmdienst.de.
Das könnte Sie auch interessieren
Neben „Sirât“ hat der Arthouse-Streamingdienst noch einige andere exklusive Streaming-Premieren im Programm. Dazu gehört neben Lynne Ramsays „Die My Love“, den MUBI 2025 auch ins Kino gebracht hat, das jüngste Werk des kreativen französischen Querkopfs Quentin Dupieux: In „The Piano Accident“ (2025) spielt der französische Star Adèle Exarchopoulos eine Social-Media-Influencerin, die es mit provokant-schockierenden Inhalten zu einiger Bekanntheit gebracht hat; nach einem mysteriösen Vorfall mit einem Klavier bei einem Dreh zieht sie sich jedoch zusammen mit ihrer Assistentin in ein Chalet in den Bergen zurück. Doch die erhoffte Ruhe findet sie dort nicht, denn ein Journalist hat sie aufgespürt und beginnt, sie zu erpressen. Der Film sei eine „Medienparabel über das digitale Zeitalter und die Mechanismen der Social Media-Kultur“, kündigt MUBI an.
Poesie und Politik
Neben solchen Exclusives hat MUBI im Januar auch wieder schöne Filmreihen am Start. Ab 1. Januar findet sich eine kleine Hommage ans iranische Kino: Unter dem Titel „Poesie und Politik“ präsentiert der Streamingdienst acht Werke, die von Klassikern wie Abbas Kiarostamis „Der Geschmack der Kirsche“ und „Wo ist das Haus meines Freundes“ bis zu herausragenden Arbeiten aus den letzten Jahren wie Mohammad Rasoulofs „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ und Asghar Farhadis „A Hero - Die verlorene Ehre des Herrn Soltani“ reichen.
Und ab 2. Januar entführt MUBI seine Abonnent:innen dann nach Big Apple: Unter dem Titel „Empire City“ werden Filme gezeigt, die in New York spielen. Nicht fehlen darf darin natürlich „In den Straßen der Bronx“, einer der wenigen Filme, bei denen Schauspieler Robert De Niro selbst die Regie übernahm. 1993 entstanden, erzählt er eine Coming-of-Age-Fabel um einen Jungen, der im titelgebenden Viertel, das einst vornehmlich das Viertel der italienischen Einwanderer war, im Schatten der Mafia aufwächst. Mit in der Reihe ist außerdem der Film, der 2017 das Regie-Gespann Ben und Joshua Safdie auf den Radar von Cineasten weltweit brachte: „Good Time“ mit Robert Pattinson begleitet einen Mann, der nach einem Bankraub atemlos durchs nächtliche New York hetzt. Ähnlich wie „Sirât“ ein Film, der wegen seiner suggestiven Inszenierung zur wahren Tour de Force gerät.
Ein Meilenstein des afrikanischen Kinos
Außerdem hat MUBI im Januar auch wieder den einen oder anderen Klassiker im Programm. Eine Entdeckung wert ist nicht zuletzt „Touki Bouki“, ein Klassiker des senegalesischen Kinos aus den 1970er-Jahren und ein Meilenstein des afrikanischen Kinos allgemein, der wegen seines Themas wenig von seiner Aktualität verloren hat. Er erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte um ein junges Paar, das von einer Zukunft in Europa, in Paris träumt und mit allen möglichen Tricks versucht, das Geld für die Emigration dorthin zusammenzukratzen. Dann aber schwant ihnen, dass sie in Paris eventuell doch nicht das gelobte Land erwartet. „Im gleichförmigen Dauergeflimmer geschwätzig-steriler High-Tech-Produktionen belebt es, zu sehen, dass Kino derart ungestüm sinnlich sein kann“, schrieb Stefan Volk anlässlich der späten deutschen Kinopremiere des Films in den 2000er-Jahren.
MUBI-Starts im Januar im Überblick
- Dezember
- Januar
Reihe „Poesie und Politik: Iranisches Kino“
A Hero – Die verlorene Ehre des Herrn Soltani
Die Saat des heiligen Feigenbaums
Wo ist das Haus meines Freundes?
- Januar
Reihe „Empire City: New York im Film“
Ab 5.1.:
Bereits verfügbar:
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar
- Januar