Gelsomina (Maria Alexandra Lungu), die zwölfjährige Tochter des deutschen Bienenzüchters Wolfgang (Sam Louwyck), der nach 1968 aus politischen Gründen nach Italien gezogen ist, wächst in den 1980er-Jahren behütet auf einem Bauernhof auf. Der Vater setzt alternative Methoden als Imker ein und lehnt die materialistische Welt weiterhin ab. Gelsomina soll seine Nachfolgerin werden und packt bereits in ihrem Alter tüchtig mit an. Doch das väterlich definierte Refugium ist für sie auch ein Gefängnis, weshalb sie sich immer öfter eigene Zufluchtsorte sucht. Als sie die Familie für eine kommerzielle Fernsehshow anmelden will, führt das zum offenen Konflikt mit dem Vater.
Das von Alice Rohrwacher souverän inszenierte, sorgfältig beobachtete Drama vor sommerlichem Hintergrund trumpft mit sensibel gezeichneten Figuren und einer ruhig gleitenden Kameraführung auf. Sorgsam entwickelte poetische Momente fließen in die realistische Erzählung ein und verleihen ihr einen verführerischen Märchencharakter. - Sehenswert ab 12.