Die Pandemie, die in „12 Monkeys“ fast alle Menschen hinwegrafft, war im Jahr 1996, als Terry Gilliam diese düstere Science-Fiction-Fabel drehte, für die meisten reine Fantasy; nach der Erfahrung von Corona sieht das anders aus. Zumindest in den lethalen Folgen jagt einem der Thriller einen existenziellen Schauder über den Rücken, wenn nur noch ein paar Menschen in Katakomben tief unter der Erde überlebt haben. Zu ihnen gehört James Cole (Bruce Willis), der als Zeitreisender in die Vergangenheit geschickt wird, um etwas über die Herkunft des Virus und eine mysteriöse „Armee der 12 Monkeys“ herauszufinden. Dabei lernt er in einer psychiatrischen Klinik den Sohn eines Genforschers kennen (Brad Pitt), der mit radikalen Tierschützern in Verbindung zu stehen scheint. Zwischen Wahn und Wirklichkeit scheint Cole dem Virus tatsächlich auf die Spur zu kommen, wobei ein alptraumartiger Vorfall aus seiner Kindheit eine Rolle zu spielen scheint. Denn Cole erinnert sich immer wieder an einen Vorfall auf dem Flughafen von Philadelphia, als er die Erschießung eines Mannes miterlebte.
„12 Monkeys“ ist einer der wichtigsten Filme von Terry Gilliam. Die Inszenierung springt dabei zwischen den Polen Apokalypse und Groteske hin und her. Damit verweist „12 Monkeys“ nicht nur auf reale Ängste der 1990er-Jahre, sondern zitiert als Film-im-Film auch „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (1958), der schon Anstoß für Gilliams Vorlage war, „Am Rande des Rollfelds“ (1962) von Chris Marker. – Ab 16.