Anders als der islamistische Terrorismus wurde der Rechtsterrorismus hierzulande viel zu lange nicht ernst genug genommen oder als Phänomen radikalisierter Einzeltäter verharmlost; mittlerweile ist jedoch klar, dass rechte Gewalt eine sich in ganz Europa ausbreitende Bedrohung darstellt und dass die hinter ihr stehenden Ideologien mehr und mehr auch politisch an Kraft gewinnen. „Die Akteure der Neuen Rechten sind untereinander gut vernetzt“, heißt es beim Bundesamt für Verfassungsschutz.
Die zweiteilige Dokumentation „Unterschätzt – Die rechte Terrorgefahr“ (2026) von Jean-Pierre Canet und Raphaël Tresanini spürt diesen Vernetzungen nach und versucht, den Status quo in Sachen rechtsextremistischer Bedrohung zu umreißen, und zwar mit Blick nicht nur auf einzelne Länder wie Deutschland und Frankreich, sondern auf die internationalen Zusammenhänge. Dabei geht es um die steigende Anzahl von Anschlägen und politischen Morden, die sich gegen Ausländer/Geflüchtete/Minderheiten oder aber gegen Politiker und andere Vertreter demokratischer Institutionen richten, und es geht um den Rechtsruck im politischen Diskurs und um die Rolle, die das Internet und die Sozialen Medien beim Verbreiten und Befeuern rechtsradikaler Ideologie spielen.