Es könnte eine typische Boy-Meets-Girl-Romanze sein: Ansa (Alma Pöysti) und Holappa (Jussi Vatanen) treffen sich zufällig in einer Karaoke-Bar und fühlen sich zueinander hingezogen. Doch „Fallende Blätter“ ist keine RomCom, sondern ein Film des Finnen Aki Kaurismäki, und entsprechend geht es hier nicht hochglanzschön, sondern bodenständig-sozialrealistisch zu. Weder Ansa noch Holappa sind materiell auf Rosen gebettet; beide sind einsam, beide verlieren ihren Job. Die gegenseitige, erblühende Liebe könnte ein Lichtblick für beide sein; allerdings macht es Holappa Ansa nicht leicht: Er entpuppt sich als Trinker, und das ist für Ansa ein No-go. Wird Ansa Holappa trotzdem nicht aufgeben? Und schafft er es, sich um Ansas willen selbst nicht aufzugeben?
Durch diverse Wendungen verfolgt der Film das umständliche Zueinanderfinden der beiden Underdogs; die Anziehung zwischen ihnen ist ein Wärmezentrum in einer Welt, in der es viel zu oft ziemlich kalt zugeht. „Fallende Blätter“ ist eine späte Erweiterung von Kaurismäkis „Proletarischer Trilogie“ (1986-1990) und macht deutlich, dass die Suche seiner Figuren nach dem Glück vor einem Hintergrund stattfindet, der für viele nur wenig davon zu bieten hat. Ein lakonisch-minimalistisches Meisterwerk als zeitloses Plädoyer für Zuneigung und Solidarität. - Sehenswert ab 14.