Mitarbeiter eines dubiosen französischen Geheimdienstes werden Anfang der 1980er-Jahre beauftragt, die deutsche Linksterroristin Birgitt Haas (Lisa Kreuzer) zu töten. Organisiert wird die Aktion vom Jungspund Colonna (Bernard Le Coq), umsetzen soll sie der erfahrene Athanase (Philippe Noiret). Um die politischen Beweggründe bei der beabsichtigten Liquidierung zu verschleiern, wird der nichtsahnende arbeitslose Akademiker Charles-Philippe Bauman (Jean Rochefort) in den Plan eingespannt. Dieser soll mit der im Münchner Untergrund lebenden, von Colonna als Nymphomanin charakterisierten Terroristin zusammengeführt werden, damit eine Tat aus Leidenschaft vorgetäuscht werden kann. Die Rekrutierung Baumans als Lexikonverkäufer und seine Zusammenführung mit Haas gelingen wie geplant, doch bei Athanase werden mehr und mehr Zweifel und auch Gewissensbisse gegenüber dem Umgang mit Bauman wach.
Der Politthriller von Laurent Heynemann erlebt erst 45 Jahre nach seiner Entstehung seine Deutschland-Premiere über den Sender arte. Die Handlung erinnert entfernt an Spionagestoffe des Kalten Krieges im Stile von John le Carré, allerdings wird die Glaubwürdigkeit stärker strapaziert. Birgitt Haas erscheint als missverstandene, der Gewalt völlig abgeneigte Idealistin und der gesamte Plot um den uneingeweihten Liebes-Lockvogel ist von seltener Umständlichkeit. Die Handlung ist allerdings in diesem Film auch zweitrangig, da die Aufmerksamkeit auf den Leistungen der ausgezeichneten Darsteller und der präzisen, kühlen Kameraarbeit von Jean-Francis Gondre liegt. In seiner melancholischen Stimmung und fatalistischen Haltung ist „Der inszenierte Mord“ ein eindeutiger Nachzügler des Paranoia-Kinos der 1970er-Jahre, wie es besonders in Frankreich, Italien und den USA, aber auch in Deutschland („Messer im Kopf“) gepflegt wurde. – Ab 16.