Marcella (Magaly Solier) hat sich von ihrem Leben in Barcelona mehr als Arbeit und Armut versprochen, als sie zusammen mit ihrem Ehemann ihre Heimat Peru verließ. Doch in Spanien bleibt ihnen nur der Straßenverkauf von Rosen, um sich über Wasser zu halten. Darüber ist auch ihre Liebe erkaltet. Doch just, als sie wieder ihre Koffer packen will, entdeckt sie, dass sie schwanger ist, und nimmt deshalb einen Job als Pflegerin eines alten Mannes an.
Amador (Celso Bugallo) ist bettlägerig und schwer krank. Er spricht nicht viel, sondern widmet sich mit unerschütterlicher Geduld riesigen Puzzles. Dennoch weiß Amador nach wenigen Tagen mehr von Marcela, als Nelson je wissen wird, und sie wiederum kennt seine privatesten Geheimnisse. Zwischen der introvertierten Frau und dem lebenserfahrenen Mann bahnt sich zögerlich eine Freundschaft an.
Das Puzzle-Spiel als solches wird dabei zur großen Metapher des Films von Fernando Léon de Aranoa, der einfühlsam, aber zugleich ungeschönt von der stillen Emanzipation einer Frau berichtet. „Amador“ ist kein einfacher Film; sein bedächtiges Erzähltempo, die Introvertiertheit seiner Protagonisten, die mosaikartige Erzählweise machen ihn sperrig. Doch hinter seiner spröden Schale offenbart sich eine Erzählung voller verschmitzter Lakonie und mystischer Poesie. - Sehenswert ab 14.