Wagner Moura in "The Secret Agent" (© CinemaScópio Produções/MK Production/One Two Films/Lemming)

MUBI im April 2026

Filme von Kleber Mendonça Filho, Paranoia-Kino und vieles mehr: Ein Überblick über das MUBi-Programm des Monats

Aktualisiert am
08.04.2026 - 16:59:21
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Der Arthouse-Streamingdienst präsentiert Kleber Mendonça Filhos Erfolgsfilm „The Secret Agent“ sowie eine kleine Retrospektive seines Schaffens. Außerdem feiern die Doku „My Undesirable Friends Part I“ über russische Journalisten und den Druck von Putins Regime Streaming-Premiere. Und eine Reihe widmet sich dem Paranoia-Kino.

 

Kleber Mendonça Filhos ungewöhnlicher Agentenfilm „The Secret Agent“, der meilenweit entfernt ist von 007-Action, gehörte letztes Jahr zu den großen Arthouse-Highlights; seine Premiere feierte er in Cannes und bescherte dort prompt Hauptdarsteller Wagner Moura eine „Silberne Palme“ als bester Darsteller und Mendonça Filho den Regiepreis. MUBI präsentiert den Film, der in den 1970er-Jahren zur Zeit der brasilianischen Militärdiktatur spielt und kunstvoll mehrere Handlungsstränge verflicht, nun ab 17. April eingebettet in eine kleine Retrospektive, die Kleber Mendonça Filhos Schaffen Revue passieren lässt. Teil der Reihe sind diverse Kurzfilme, mit denen sich Kleber Mendonça Filho, der zunächst als Journalist und Filmkritiker gearbeitet hatte, in den 2000er-Jahren als Regisseur hervortat. Außerdem sind neben „The Secret Agent“ sein Spielfilm „Bacurau“, der ebenfalls in Cannes im Wettbewerb lief, sowie die Doku „Pictures of Ghosts“ zu sehen.

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"My Undesireable Friends: Part I - Last Air in Moscow" (© MUBI)
"My Undesireable Friends: Part I - Last Air in Moscow" (© MUBI)

 

Zudem hat MUBI ab 3. April ein spannendes Dokumentarfilm-Projekt der russisch-stämmigen, schon seit Langem in den USA lebenden Filmemacherin Julia Loktev im Programm: „My Undesireable Friends Part I“ setzt sich mit der Situation von Journalistinnen aus Russland auseinander. Der Film beginnt als intimes Porträt der Frauen, die unter dem Druck von Putins Regime arbeiten, nimmt aber eine dramatische Wendung, als Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt und die unabhängigen Journalistinnen angesichts der Repressionen gegen die Pressefreiheit ins Exil gehen. „Der Film bietet einen unmittelbaren Einblick in die Folgen autoritärer Strukturen für diejenigen, die Widerstand leisten“, so die Ankündigung.

 

Ein preisgekrönter Debütfilm über drei Athletinnen

Zu den Streaming-Premieren, die MUBI im April präsentiert, gehört außerdem der italienische Film „Agon“ von Giulio Bertelli, ein Spielfilmdebüt, das 2025 beim Filmfestival in Venedig Premiere hatte und dort mit dem FIPRESCI-Preis geehrt wurde. Der Film kreist um drei Sportlerinnen – die Gewehrschießen, Fechten und Judo betreiben – bei einer fiktiven Olympiade. Die Frauen verkörpern, so MUBI, „unterschiedliche Facetten von Fragilität und Stärke, während sich ihre Geschichten jeweils vor politischen, sozialen, technologischen und körperlichen Kontexten entfalten“.

 

Im Sog des Mysteriösen

Außerdem wartet MUBI im April mit einer neuen thematischen Reihe auf. Unter dem Titel „Siehst du das auch?“ geht es darin ums sogenannte Paranoia-Kino, also jene Filme, in denen sich eine profunde gesellschaftliche Verunsicherung ausdrückt und die Figuren mit undurchsichtigen Verschwörungen, schwer greifbaren Bedrohungen und einer insgesamt unzuverlässig wirkenden Außenwelt konfrontiert sind. Teil der Reihe ist unter anderem einer der intensivsten Filme von Mystery-Meister David Lynch, „Lost Highway“, in dem sich die von Bill Pullman gespielte Hauptfigur in einen Strudel seltsamer, unheimlicher Ereignisse verwickelt sieht.

Mystery à la Lynch: "Lost Highway"
Mystery à la Lynch: "Lost Highway" (© Senator)

 

 

Ebenfalls mit in der Reihe ist Jeff Nichols’ zwischen Wahn und Wirklichkeit changierender Film „Take Shelter“: Michael Shannon spielt einen Mann, der von einem apokalyptischen Sturm träumt und, das Schlimmste fürchtend, beginnt, in seinem Garten eine Zuflucht für sich und seine Lieben zu bauen, was alle außer ihm völlig verrückt finden.

 

Das MUBi-Programm im April im Überblick

 

  1. April

Dies ist kein Film

 

  1. April

My Undesireable Friends: Part I – Last Air in Moscow

 

  1. April

Bildnis einer Trinkerin

 

  1. April

Paris gehört uns

Klassiker von Jacques Rivette: "Paris gehört uns"
Klassiker von Jacques Rivette: "Paris gehört uns" (© Neue Filmkunst)

 

  1. April

Reihe: “Siehst Du das auch? Paranoia-Kino“:

Der Dialog

Lost Highway

Pacifiction

Take Shelter – Ein Sturm zieht auf

 

  1. April

Hara-Kiri: Tod eines Samurai

 

  1. April

Apocalypse Now

 

Double Bill Akinola Davies Jr.:

My Father’s Shadow

Lizard (Kurzfilm)

Suggestiv-traumartiger Film über den Ausflug zweier nigerianischer Jungen mit ihrem Vater nach Lagos: "My Father's Shadow"
Suggestiv-traumartiger Film über den Ausflug zweier nigerianischer Jungen mit ihrem Vater nach Lagos: "My Father's Shadow" (© Lakin Ogunbanwo/MUBI)

 

  1. April

Revanche

 

  1. April

Kleber Mendonça Filho Retrospektive:

The Secret Agent

Cold Tropics (Kurzfilm)

Eletrodomestica (Kurzfilm)

Friday Nights Saturday Morning (Kurzfilm)

Green Vinyl (Kurzfilm)

Bacurau

Pictures of Ghosts

 

Endless Cookie

 

  1. April

Die blonde Sünderin

 

  1. April

Agon

 

  1. April

Abgedreht – In der Gewalt des Cecil B.

 

  1. April

Das Todeshaus am Fluss

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