Georgie O'Brien und Janet Gaynor in "Sunrise" von F.W. Murnau
Georgie O'Brien und Janet Gaynor in "Sunrise" von F.W. Murnau (© DFF)

Hollywood aus deutscher Hand

Die UFA Filmnächte in Berlin widmen sich in diesem Jahr Hollywood-Stummfilmen von deutschen Regisseuren

Aktualisiert am
08.07.2026 - 11:28:25
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Die 15. UFA Filmnächte finden in diesem Jahr erneut vor der spektakulären Kulisse der Berliner Museumsinsel statt. Vom 26. bis 28. August sind legendäre Stummfilme unter freiem Himmel und mit Live-Musik zu sehen. Erstmals stehen Hollywood-Klassiker von namhaften deutschen Regisseuren auf dem Programm.

 

 

Seit 2010 präsentieren Bertelsmann und UFA bei den Filmnächten auf der Berliner Museumsinsel frühe Meisterwerke der Filmgeschichte. Unter freiem Himmel und sommerlichen Bedingungen sind vom 26. bis 28. August Hollywood-Stummfilme von namhaften deutschen Filmemachern zu sehen.

 

Hollywood-Klassiker von deutschen Filmlegenden

Den Anfang macht am 26. August der in Berlin geborene Ernst Lubitsch mit Lady Windermeres Fächer (1925). In der Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Oscar Wilde geht es um komplizierte familiäre Verwicklungen, die darin münden, dass die kokette Lady Windermere (May McAvoy) ihren Ehemann einer Affäre verdächtigt. Die geheimnisvolle Mrs. Erlynne (Irene Rich), um die sich der gesellschaftliche Klatsch rankt, birgt jedoch ein Geheimnis, das das Leben aller Beteiligten grundlegend verändern könnte.

Szene aus "Lady Windermeres Fächer"
"Lady Windermeres Fächer" (1925) von Ernst Lubitsch (© IMAGO/Allstar)

 

Eine perfide Familienkonstellation bestimmt auch „Spuk im Schloss“ (1927) von Paul Leni, der am 27.8. gezeigt wird. Darin erfährt eine Gruppe gieriger Verwandter bei der Testamentseröffnung auf einem abgelegenen Herrensitz, dass das Vermögen an eine junge, nur entfernt verwandte Frau (Laura La Plante) gehen soll. Schon bald häufen sich unheimliche Vorfälle, die Zweifel an ihrem Verstand säen und das alte Gemäuer in einen Ort des Schreckens verwandeln. Die in den legendären Universal-Studios gedrehte Gruselkomödie greift auch Stilmerkmale des deutschen Expressionismus auf.

Unverkennbar vom Expressionismus beeinflusst ist auch das Schaffen Friedrich Wilhelm Murnaus, der mit seinem Stummfilmklassiker Nosferatu nicht nur deutsche Filmgeschichte schrieb. Nicht minder meisterhaft inszeniert ist sein Hollywood-Debüt „Sunrise“ (1927), das zum Abschluss der Filmnächte am 28.8. zu sehen ist. Das Melodram nach einer Novelle von Hermann Sudermann gewann drei „Oscars“ und handelt von einem Bauern (George O’Brien), der von einem städtischen Vamp (Margaret Livingston) verführt wird und daraufhin seine Frau (Janet Gaynor) töten will. Der Plan scheitert jedoch, die Ehefrau flieht in die Stadt, und beide finden in der Fremde wieder zueinander, bevor ein Sturm sie erneut bedroht. „Murnaus klassischer Stummfilm um die Themen Schuld, Gnade und neu geschenktes Glück ist ein Kinotraum von großer Intensität, in dem elementare Gefühle durchlebt und aufgelöst werden“, wie es seinerzeit im Filmdienst heißt.

 

Filmhistorische Wechselwirkungen

Mit den Hollywood-Stummfilmen von deutschen Filmpionieren erinnern die UFA Filmnächte an die singuläre Epoche einer blühenden Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland. Mit den drei Filmen wird ein Panorama filmhistorischer Wechselwirkungen der 1920er-Jahre aufgespannt, das durch die spätere Emigration zahlreicher deutsch-jüdischer Filmschaffender unter dem Druck des NS-Terrors noch erweitert wurde; die deutschen Filmemigranten waren wenige Jahre später maßgeblich an der Entwicklung des klassischen Hollywoodkinos beteiligt.

UFA Filmnächte 2021
Foto von den UFA Filmnächten 2021 (© IMAGO/Future Image)

 

Begleitet werden die Stummfilme mit film- und zeitgeschichtlichen Einführungen sowie der Live-Musik von drei verschiedenen Ensembles. Detaillierte Informationen und Tickets finden sich auf der Webseite der UFA.

 

Programmhinweise

26.8., „Lady Windermeres Fächer. Musik: Premiere einer Neukomposition von Tobias Schwencke. Es spielen „The Roaring Dames“ unter der Leitung von Luiza Labouriau. Filmbeginn: 21.00 Uhr

27.8., „Spuk im Schloß“. Musik: Das Ensemble „Spooky Tune“ unter Leitung von George Morton und mit Carolina Eyck am Theremin spielt eine Komposition von Neil Brand. Filmbeginn: 21.00 Uhr

28.8., „Sunrise“. Musik: Ekkehard Wölk & The Silent Light Orchestra. Filmbeginn 21.00 Uhr

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